Biologie Biologie: Komm, und ich platze!

Ameisen einer südostasiatischen Art begehen Selbstmord - um Feinde mit in den Tod zu reißen

Eine für alle: Für das Überleben des Staates opfern sich Holzameisen der Spezies Camponotus cylindricus auf besondere Weise. Sie platzen bei Feindberührung - etwa wenn Ameisen eines anderen Staates angreifen - und verkleben den Gegner dabei mit einem Schwall ihres Giftsekrets.

Wie Johan Billen von der Universität Leuven im Labor entdeckte, sind die Kieferdrüsen dieser Insekten übermäßig groß und dienen als Vorratsbehälter für Gift. Die Drüsen ziehen sich fast über die gesamte Körperlänge. Zwar verfügen die Giftbeutel über keine eigene Muskulatur, doch stehen sie so unter Druck, dass es genügt, wenn die Ameise mit ihrer Hinterleibsmuskulatur pumpt, um sich explosionsartig zum Platzen zu bringen.

Allerdings ist der Selbstmord nur das letzte Mittel. Zunächst versucht die Ameise, nur den Feind zu zerstören: Sie verbeißt sich im Gegner und lähmt ihn mit einem giftigen Cocktail aus aromatischen Kohlenwasserstoffen.