Biochemie: Ein Herz für Fliegen

Flugmuskeln bei Fliegen und Herzfasern bei Menschen werden durch verwandte Gene geprägt

Bis zu 1000-mal pro Sekunde schlagen die Insekten in der Luft mit den Flügeln. Mit herkömmlichen Muskeln ist das nicht zu schaffen: Sie brauchten für Kontraktion und Entspannung zu lange.

Daher verfügen diese Fluginsekten, die sich vor etwa 280 Millionen Jahren entwickelten, über spezielle Muskelfasern für die Flügelbewegung - mit einer Leistung von, hochgerechnet, 80 Watt pro Kilogramm Muskelmasse. Zum Vergleich: Bodybuilder-Bizepse erreichen etwa 30 Watt pro Kilogramm Muskeln.

Frank Schnorrer vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried hat nun das Protein identifiziert, das die Bildung der Flugmuskeln steuert: Spalt major. Es wird codiert von einem Gen, das eng verwandt mit den SALL-Genen ist, die an der Entwicklung der Herzmuskulatur beim Menschen beteiligt Für den besseren Durchblick wurden transparente Taufliegen verwendet sind: Mutationen darin führen zu Herzfehlbildungen.

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