Deutschland Massensterben nach Sturm: Zehntausende Seesterne an Ostseeküste gespült

Ein Teppich aus toten Seesternen bedeckt seit dem Wochenende Teile der deutschen Ostseeküste. Die Tiere wurden vermutlich von einem heftigen Sturm überrascht und fanden im sandigen Meeresboden keinen Halt mehr
Seesterne am Timmendorfer Strand

Wo sonst nur Sand und Dünengras zu sehen sind, bedecken seit dem Wochenende tote Seesterne den Boden. Ein Sturm auf der Ostsee hatte sie an den Timmendorfer Strand gespült

Zu zählen sind sie kaum, die vielen Seesterne, die am Wochenende an die Strände der Ostsee gespült wurden. Besonders viele liegen am Timmendorfer Strand, einem beliebten Kurort nahe Lübeck. Auf Bildern ist jedoch zu erkennen, dass es sich um Zehntausende handeln muss, die toten Seesterne säumen den Sand an der Wasserkante für mehrere Kilometer.

Vermutlich sind die Meerestiere von einem Sturm überrascht worden, der am Wochenende über der Ostsee wütete. Starke Nordostwinde peitschten die sonst so ruhige See auf, sodass hohe Wellen auf den Strand klatschen. Darauf waren die Seesterne wohl nicht gefasst, sie haben sich in zu flachem Wasser aufgehalten, nahe der Küste. Mit ihren kleinen Füßchen finden die Seesterne dann keinen Halt mehr im feinen Sandboden - um noch schnell in tieferes Gewässer zu fliehen, sind sie schlicht zu langsam.

Das Naturphänomen wiederholt sich häufig

Also werden sie von der Kraft des Wassers erfasst, Richtung Küste gespült und von der Dünung auf den Strand geworfen. Dort bleiben sie jetzt erst einmal - der Timmendorfer Strand soll erst vor Ostern für die Saison fit gemacht werden.

Das Naturphänomen ist kein neues. Immer wieder beobachten zum Beispiel die Wissenschaftler vom Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel, dass die Seesterne an die deutsche Ost- und Nordseeküste gespült werden. Im Februar 2020 waren Hunderte Tiere an Strände in St. Peter Ording gestrandet, im April landeten etliche auf an der Steilküste bei Travemünde. Ähnliche Beispiel lassen sich fast in jedem Jahr finden, meist kann man das Naturphänomen jedoch im Frühjahr beobachten, wenn die Tiere in flachere Gewässer wandern, um dort den Sommer zu verbringen.