Invasive Arten Warum US-Forscher Jagd auf Riesenhornissen machen

In Nordamerika breitet sich die Asiatische Riesenhornisse aus. Doch Forscher sind entschlossen, ihren Vormarsch zu stoppen. Denn die Spezies plündert ganze Bienenvölker
Asiatische Riesanhornisse

Asiatische Riesenhornissen (Vespa mandarinia) ernähren sich überwiegend von Käfern, deren Panzer sie mit ihren starken Kiefern auftrennen

Anfang des Jahres machten erste Berichte die Runde, nach denen Asiatische Riesenhornissen, oft auch „Killerhornissen“ genannt, in den USA gesichtet worden sein sollen. Inzwischen gibt es aus den Vereinigten Staaten 15 bestätigte Sichtungen. Um es gleich vorweg zu sagen: Für Menschen ist das bis zu viereinhalb Zentimeter große, wehrhafte Insekt mit dem großen, auffallend gelben Kopf nicht gefährlicher als andere Hornissen-Arten. Allerdings stellt die Spezies tatsächlich eine Gefahr dar – nämlich für Bienen und Wespen.

Besonders im Spätsommer und Herbst, wenn die Brut der Hornissen proteinreiches Futter braucht, schwärmen Kundschafterinnen aus, markieren Bienen- oder Wespennester und greifen mit Verstärkung an. Die Nester werden oft komplett geplündert, Gegnerinnen geköpft und mitsamt der Brut und der Nahrungsvorräte verspeist oder an den eigenen Nachwuchs verfüttert.

Experten in den USA fürchten nun um die Bienenvölker ihres Landes – auch, weil die für die Bestäubung von wirtschaftlich bedeutsamen Pflanzen gebraucht werden.

Insektenforscher wollen die Riesenhornissen in den USA auslöschen

Im Staat Washington gelang es Anfang des Monats erstmals, eine Arbeiterin zu fangen. Der Versuch, das Tier mit einem Sender auszustatten, um sich zum Nest leiten zu lassen, misslang allerdings, wie das Smithsonian Magazine berichtet. Für einen zweiten Versuch stellten die Forscher rund um den Fundort 30 Lebendfallen auf.

Das Ziel der Wissenschaftler ist nicht die Erforschung der Hornissen – sondern ihre Vernichtung.

Dass es noch gelingen kann, die Ausbreitung der invasiven Art in den USA zu stoppen, glaubt etwa Douglas Yanega von der Universität von Kalifornien. „Die Zahl der Kolonien ist so klein, dass wir, wenn wir einige davon finden, die ganze Art ausmerzen können“, sagte der Insektenforscher dem Magazin Science News.

Auch in weiten Teilen Europas günstige Lebensbedingungen

Forscher der Washington State University gehen laut einer Studie davon aus, dass das Insekt, ursprünglich heimisch in Ost- und Südostasien, große Teile der Welt erobern kann. Darunter auch weite Gebiete Europas, Südamerikas, Afrikas, Australiens und Neuseelands. Entscheidend seien, so die Forscher, warme Sommer, milde Winter und ausreichend Niederschläge.

In der ursprünglichen Heimat der Asiatischen Riesenhornisse haben Bienen eine clevere Strategie gegen die brutalen Eindringlinge entwickelt: Sie stürzen sich zu Hunderten auf die Hornisse und bilden eine lebende Kugel, deren Inneres auf bis zu 45 Grad Celsius aufgeheizt wird. Während Bienen kurzfristig Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius ertragen, stirbt die Hornisse den Hitzetod.