Wilderei Erfolg für Artenschützer: Weniger Nashörner in Südafrika gewildert

Der Kampf gegen die Wilderei in Südafrika zeigt Erfolge: Die Zahl der illegal getöteten Tiere nimmt seit Jahren ab
Erfolg für Artenschützer: Weniger Nashörner in Südafrika gewildert

Schätzungen zufolge gibt es in Afrika noch rund 23.500 Nashörner

594 Nashörner wurden im Jahr 2019 in Südafrika von Wilderern getötet. Ein Grund zum Jubeln für Arten- und Naturschützer, denn im Vorjahr waren es noch 769. Die Zahlen, die das Ministerium für Umwelt, Wald- und Fischereiwirtschaft jetzt herausgab, lassen tatsächlich hoffen. Denn nicht nur im Vergleich zum Vorjahr – schon seit 2014 nimmt die Zahl der illegal getöteten Rhinos kontinuierlich ab.

Der Worldwide Fund for Natur (WWF) spricht in einer Pressemitteilung von einem "ermutigenden Erfolg". Regierung, Privatwirtschaft, Gemeinden und NGOs hätten daran einen Anteil.  

Gelöst sei das Problem damit aber nicht, warnt der WWF. Die Breitmaul- und Spitzmaulnashorn-Populationen Südafrikas seien weiter bedroht von kriminellen Banden und langfristig gebe es immer weniger geeignete Lebensräume.

"Was wir brauchen, ist ein ganzheitlicher Ansatz, der die Einstellungen, Chancen, aber auch die Sicherheit der Menschen berücksichtigt, die in der Nähe der geschützten Lebensräume leben", sagt Jo Shaw von WWF South Africa. Auch die Rolle der Korruption, die unausweichlich mit dem organisierten Verbrechen verbunden sei, müsse verstanden werden.

Nachfrage aus China treibt den illegalen Handel an

Wichtigster Treiber für die Nachfrage nach Rhino-Elfenbein ist die Nachfrage aus China und Vietnam. In der Traditionellen Medizin werden dem zu Pulver zermahlenen Horn heilende Kräfte zugesprochen. Dass das Mittel gegen Fieber, Impotenz oder Krebs hilft, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Dennoch hält sich der Glaube an das Wundermittel hartnäckig: Auf dem Schwarzmarkt erzielt das Pulver nach Gewicht sogar höhere Preise als Gold.

In ganz Afrika gibt es Schätzungen zufolge noch rund 23.500 Breitmaul- und Spitzmaulnashörner. Da der Bestandstrend insgesamt abnehmend ist, seien allerdings auch relativ geringe Zahlen gewilderter Tiere eine "akute Bedrohung".

Am Beginn des 20. Jahrhunderts hätten die Nashörner vor dem Aussterben gestanden, sagt Katharina Trump, Referentin für illegalen Artenhandel beim WWF Deutschland. "Wir dürfen nicht den Fehler machen und es wieder soweit kommen lassen."