Fast Food Auch Krähen mögen Burger - das hat Folgen für ihren Cholesterinspiegel

Krähen ernähren sich in der Stadt oft von Lebensmittelresten. Das zeigt sich sogar in ihrem Blutbild
Krähen wühlen im Müll

Wissen, wo es was gibt: Krähen gelten als smarte Kulturfolger

Gesunde Ernährung: nun auch ein Thema für wilde Vögel? Ja, sagen US-amerikanische Ornithologen – zumindest wenn es um Krähen geht. Denn die Allesfresser ernähren sich in Städten oft von menschlichen Nahrungsabfällen wie etwa Cheeseburger und Pommes. Aus naheliegendem Grund: Denn menschliche Stadtbewohner produzieren nach Angaben der Forscher doppelt so viel Müll wie Bewohner ländlicher Gegenden. Und mehr als 20 Prozent des urbanen Mülls sind Nahrungsmittelreste wie Burger und Pommes - zumindest in den Vereinigten Staaten

Burger für hohe Cholesterinwerte verantwortlich

Spuren der ungesunden Ernährungsweise müssten sich also auch Körper der Tiere nachweisen lassen. Um ihren Verdacht zu erhärten, analysierten die Ornithologen Blutproben von 140 Jungvögeln der Amerikanerkrähe (Corvus brachyrhynchos) in Kalifornien – und zwar entlang einer Achse zwischen Stadtzentrum und Land. Mit zunehmender Entfernung von der Stadt, so stellten die Forscher fest, nahm auch der Cholesterinspiegel im Blut ab. Die naheliegende Schlussfolgerung: An den hohen Werten ist die „schlechte“ Ernährung der Tiere Schuld. Die Cholesterinwerte der Krähen ließen sich nur auf ihren Burgerkonsum zurückführen.

Allerdings, so schreiben die Forscher, seien die gesundheitlichen Auswirkungen von Cholesterin im Blut bei Mensch und Tier umstritten. Und kritische Grenzwerte sind für Wildtiere überhaupt nicht bekannt.

In einer Vergleichsgruppe mit 86 Krähen, die die Ornithologen teilweise mit Cheeseburgern zufütterten, sei die Lebenserwartung der Trashfood-Tiere zwar vergleichsweise kürzer gewesen. Das Cholesterin machen die Forscher dafür allerdings nicht verantwortlich. Im Gegenteil: Die Fast-Food-Krähen waren sogar in etwas besserer körperlicher Verfassung als die Tiere, die natürlich gefüttert worden waren. Die Ernährungsweise der Stadtkrähen, so die Forscher, könne aber für die Tiere negative Konsequenzen  haben, die nicht Gegenstand der Studie waren.

Wildtiere nicht füttern!

Ob absichtlich oder unabsichtlich: Das Füttern von Wildtieren ist – mit Ausnahme des Vogelhäuschens für Gartenvögel –  so gut wie nie eine gute Idee. So warnen in Städten die Umweltbehörden regelmäßig davor, Wasservögel zu füttern. Denn meist ist das Futter für Wildtiere ungeeignet - und Reste und Kot sorgen bei höheren Temperaturen für giftige Algenblüten in städtischen Teichen und Seen. Im US-Bundesstaat Oregon musste sogar ein Bär erschossen werden, der durch Essensreste angelockt worden war und seine natürliche Scheu verloren hatte.