Tierwissen Was Sie über Elefanten wissen sollten

Wie sie leben, warum sie so gefährdet sind: zehn Fakten rund um die klugen Dickhäuter
Was Sie über Elefanten wissen sollten

Elefantenfriedhöfe sind zwar ein Mythos. Erstaunlich sozial sind die Dickhäuter dennoch

Schwangerschaft: Elefanten sind länger trächtig als jedes andere Säugetier - 22 Monate! Ein Neugeborenes wiegt rund 100 Kilogramm und hat eine Schulterhöhe von etwa einem Meter. Familienbeziehungen sind eng, und erwachsene Tanten stillen gelegentlich andere Babys.

Kommunikation: Die "Sprache" der Elefanten beschränkt sich nicht auf das Trompeten oder Körpergesten. Vermutlich kommunizieren sie auch durch tiefes Brummen, das sich über den Boden überträgt. Und wenn ein Mensch mit ausgestrecktem Finger auf ein Objekt zeigt, folgen Elefanten dem Hinweis - die meisten anderen Tiere starren nur verständnislos auf den Finger. Damit nicht genug: Sie imitieren sogar menschliche Laute und Wörter; wie ein Papagei mit Rüssel.

Werkzeuggebrauch: Wie Menschenaffen und wenige weitere Tiere bedienen sich Elefanten anderer Objekte, um ein Ziel zu erreichen. Zum Beispiel werfen sie mit Steinen auf Gegner. Und sind so gewitzt, Elektrozäune nur mit Ästen zu berühren, um die Barrieren damit aus dem Weg zu räumen.

Trauer: Friedhöfe, zu denen sich Elefanten zum Sterben zurückziehen, sind ein Mythos. Dennoch besitzen die Tiere offenbar ein Gefühl für den Tod. Sie bleiben meist noch längere Zeit bei dem Verstorbenen, betasten seinen Körper und scheinen dabei Trauer zu empfinden.

Verwandtschaft: Elefanten sind mit sehr unterschiedlich aussehenden Säugern verwandt, die ursprünglich alle aus Afrika stammen. Dazu gehören Seekühe (Dugongs, Manatis), die kleinen murmeltierähnlichen Schliefer und Erdferkel (Aardvarks).

Gefährdung: Fast überall auf der Welt sterben Elefanten heute schneller,

als sie sich fortpflanzen. Das gilt für den Afrikanischen

Elefanten (Loxodonta africana) aus der Savanne, der mit

seinen bis zu 7,5 Tonnen Gewicht das größte Landsäugetier

der Welt ist, ebenso wie für den zierlicheren afrikanischen

Waldelefanten (Loxodonta cyclotis). Vom Asiatischen Elefanten (Elephas maximus), der sich durch kleinere Ohren

und nur einen "Finger" an der Rüsselspitze auszeichnet

(afrikanische Arten haben zwei), leben sogar nur noch rund

40.000 in freier Wildbahn. Alle drei Elefantenspezies stehen

auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Illegale Jagd: Neben dem Lebensraumverlust - 1925 lebten Elefanten

etwa in Ostafrika auf 87 Prozent der Fläche, heute sind es

vermutlich eher 15 Prozent - ist die

Wilderei das größte

Problem. Geschätzt wird, dass 2011 rund 25.000 Elefanten

illegal getötet wurden, 2012 sogar 32.000. Ihr Elfenbein wird

vor allem nach China geschmuggelt, wo der Handel damit

blüht, obwohl er bis auf wenige Ausnahmen illegal ist. Fast

3000 Dollar werden auf dem

Schwarzmarkt für jedes Kilogramm Elefantenzahn gezahlt. So lukrativ ist das

Geschäft, dass Banden der organisierten Kriminalität heute

neben Drogen oft auch Elfenbein schmuggeln.

Gegenmaßnahmen: Bis vor Kurzem hatten Wilderer meist wenig zu fürchten.

Vielerorts kontrollierten zu wenige Wildhüter die oft

riesigen Naturparks. Das soll sich nun ändern. Eine Reihe

von Ländern wie Kenia, Uganda, Botswana, Kamerun oder

Gabun hat angekündigt, mehr Ranger einzustellen oder die Armee heranzuziehen, um die Elefanten zu schützen.

Diskutiert wird selbst, über die Parks Kameradrohnen

patrouillieren zu lassen. Auch haben manche Länder die

Strafen für Wilderer drastisch verschärft. Zusätzlich wird

diskutiert,

konfisziertes Elfenbein zu zerstampfen, um es

so unbrauchbar zu machen - immer wieder haben Diebe

beschlagnahmte Ware entwendet.

Zoos: Wird es Elefanten dennoch bald nur noch in Zoos geben?

Auch das ist unsicher. Studien zeigen, dass Elefanten in

Tiergärten meist leiden. Sie werden hier im Mittel keine

19 Jahre alt, viel weniger als in der freien Wildbahn. Häufig

entwickeln die Tiere, die in der Natur fast permanent

unterwegs sind, etwa vom Stehen auf harten Betonböden

Fußprobleme und schmerzhafte Arthritis. Auch

Verhaltensstörungen sind verbreitet. Immer wieder bringen Kühe

sogar ihre Kälber um. In der Wildbahn tun sie das nicht.

Maßnahmen: Indien hat seinen Zoos mittlerweile verboten, Elefanten

zu halten. Auch in den USA und Europa schlossen eine

Reihe von Tierparks ihre Gehege. Darunter der Zoo von

Anchorage in Alaska. Er besaß nur einen Elefanten, eine

einsame Kuh, die wegen des Klimas oft monatelang in

einem beheizten Stall stehen musste.

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Elefanten sind entweder "Linksrüssler" oder "Rechtsrüssler" - jedes Tier bewegt sein Mehrzweckorgan mit einem Drall in die eine oder andere Richtung