Insektenstiche Erstmals in Zeitlupe gefilmt: So raffiniert stechen Ameisen

Einzigartige Videoaufnahmen zeigen, wie Ameisen stechen: ein verblüffend komplizierter Vorgang - mit schmerzhaftem Ergebnis

 

Um vorab Entwarnung zu geben: Nicht alle Ameisen können stechen. Sondern nur bestimmte Arten, wie etwa die (bei uns nicht heimischen) Feuerameisen. Wie die ihren Stechapparat einsetzen, das wurde nun erstmals in Slow-Motion und mit bislang unerreichter Detailschärfe gefilmt.

Für die Aufnahmen ließ Adrian Smitz vom Evolutionary Biology & Behavior Research Lab am North Carolina Museum of Natural Sciences zwei verschiedene Arten von Ameisen - Pogonomyrmex badius und Odontomachus ruginodis - in eine Wachsmembran stechen. Dabei filmte er den Vorgang von der anderen Seite. Die Aufnahmen zeigen bei 1000 Bildern pro Sekunde klar, wie sich der Stechapparat in die Haut des Opfers bohrt. Und das ist ein überraschend komplizierter Vorgang.

Der Hauptstachel, die sogenannte Stachelrinne, dringt in die Haut ein, während zwei lanzenartige Mini-Stachel, die Stechborsten, abwechselnd vor- und zurückschnellen und sich so weiter in die Haut vorarbeiten. Dabei wird aus dem Giftkanal tröpfchenweise Flüssigkeit abgesondert: Gift, das kleine Beutetiere töten kann und bei Menschen immerhin noch heftige Schmerzen verursacht.

Dass es bislang keine vergleichbaren Video-Aufnahmen gab, liegt daran, dass ein Stich zwar spektakulär spürbar - aber nur schwer zu beobachten ist: Der Ameisenstachel ist dünner als ein menschliches Haar. Und die Ameise sticht schnell.