Forschung Hunde können Malaria am Geruch von Socken erschnüffeln

Dieser Nase entgeht nichts: Bis zu 300 Millionen Riechzellen besitzen Hunde - etwa 60 Mal mehr als der Mensch. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass die Vierbeiner neben anderen Krankheiten auch Malaria erschnüffeln können und das bereits an einem getragenen Kleidungsstück
Spürhund beim Training

Freya, eine English Springer Spaniel Hündin, wurde darauf trainiert, Malaria-Parasiten am Geruch von Socken zu erschnüffeln

In verschiedenen Bereichen werden Hunde bereits eingesetzt, um spezielle Gegenstände mit ihrer Nase zu suchen – beispielsweise Drogen oder Tabak. Aber auch bei Feststellung von Erkrankungen wie Diabetes oder Krebs können die Tiere mit ihrem feinen Sinnesorgan helfen.

Nun haben britische Wissenschaftler an der Universität Durham in einer Studie herausgefunden, dass entsprechend trainierte Hunde auch dazu in der Lage sind, den Geruch von Malaria zu erkennen. Unbehandelt kann die Krankheit zum Tod führen – besonders in Afrika, Asien und in Lateinamerika ist die Infektionskrankheit verbreitet.

Die Ergebnisse seiner Untersuchungen hat das Forscherteam um Professor Steve Lindsay beim Jahreskongress der American Society of Tropical Medicine and Hygiene vorgestellt.

Socken dienten als Trainingsgegenstand

Die Forscher trainierten in ihrem Experiment die Hunde erfolgreich darauf, Malaria beim Menschen zu erschnüffeln. Getragenen Socken dienten dabei als Testobjekte. Die Vierbeiner waren in der Lage allein am Geruch des getragenen Kleidungsstücks zu erkennen, ob eine Person infiziert ist – noch bevor diese überhaupt Symptome einer Malariainfektion entwickelt.

Für ihr Experiment nutzten die Forscher die getragenen Socken von fünf bis vierzehn Jahre alten Kindern aus Gambia. Hinter mehrere Testplättchen steckten die Wissenschaftler je einen Socken - mal von gesunden, mal von infizierten Malaria-Patienten.

Entsprechen trainiert, setzten sich die Hunde vor die Socken der Erkrankten. Trefferquote: 70 Prozent. Bei der Bestimmung von nicht infizierten Kindern lag die Quote bei 90 Prozent.

Sockenprobe

Wissenschaftler der Durham University präparierten für die Tests Socken-Proben von Kindern aus Gambia

Professor Steven Lindsay, leitender Wissenschaftler der Studie, vermutet, dass die Erfolgsrate der Hunde tatsächlich noch höher gewesen hätte sein können, wenn alle Kinder vom selben Malaria-Typ betroffen gewesen wären.

Mit fortschreitender Malariainfektion durchlaufe der Parasit mehrere Entwicklungsstadien. Und Lindsays Vermutungen legen nahe, dass sich der Geruch, den der Parasit auf der menschlichen Haut erzeugt, verändert, wenn er ein bestimmtes Stadium der Reife erreicht.

Professor James Logan, Leiter der Abteilung für Krankheitskontrolle an der London School of Hygiene & Tropical Medicine, sagt: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Spürhunden eine schnelle und einfache Methode werden könnte, um Malaria bei Menschen diagnostizieren zu können, die keine Symptome zeigen, aber dennoch hochansteckend sind."

Vielleicht könnten die feinen Hundenasen in Zukunft an Grenzübergängen und Flughäfen zum Einsatz kommen, um infizierte Reisende ausfindig zu machen, bevor diese den Erreger in ein Land einschleppen. Dazu müssten die Spürhunde allerdings auch darauf trainiert werden, Malaria-Infizierte nicht nur am Geruch ihrer Socken, sondern direkt am Körpergeruch zu erkennen.

Video: Malaria-Spürhund Sally beim Training

Credit: Durham University/Medical Detection Dogs/London School of Hygiene & Tropical Medicine

Weitere Forschungen sind geplant

Als Nächstes planen die Wissenschaftler eine Folgestudie, in der mit Kleidungsproben von Menschen aus verschiedenen Teilen Afrikas gearbeitet werden soll. So möchten die Forscher testen, ob Parasiten aus anderen Teilen des Kontinents differenzierte Gerüche aufweisen.

Davon erhoffen sich Lindsay und sein Team Aufschlüsse, in welchem Rahmen die tierischen Diagnostiker sinnvoll eingesetzt werden könnten und wie sich die Trefferquote noch erhöhen ließe.

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