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Tigerjagd mit Herrenduft Tiger lieben Calvin Klein - das könnte einem Tier nun zum Verhängnis werden

Tigerweibchen
Ein Tigerweibchen auf der Jagd in der indischen Wildnis
© henk / Fotolia
13 Menschen soll die Tigerdame T-1 bereits getötet haben. Nach vielen gescheiterten Versuchen, wird das Tier nun auf unkonventionelle Art gejagt: Mit einem Parfüm

Als „extrem klar und maskulin, dabei von subtiler Anziehungskraft“ wird der Herrenduft "Obsession" von Calvin Klein beworben. Anziehend soll das Parfüm nun auch auf eine berüchtigte Tigerdame im indischen Bundesstaat Maharashtra wirken. Die Großkatze mit dem kurzen Namen T-1 soll seit 2016 bereits 13 Menschen auf dem Gewissen haben – drei davon im August dieses Jahres. Der Grund für die Attacken ist dabei unklar, die Panik in 20 betroffenen Dörfern umso größer.

Deswegen lockt der Calvin-Klein-Duft Tiger an

Mit "Obsession for Men" soll nun das gelingen, was Hunderte Soldaten und fünf indischen Elefanten bisher nicht schafften: Das Tier aufspüren beziehungsweise anlocken. Tatsächlich konnte ein wissenschaftliches Experiment im Gepardengehege des New Yorker Zoos zeigen, dass der Duft wirkt: Forscher haben dort eine Kamerafalle mit 23 verschiedenen Parfüms besprüht. Einige Düfte ließen die Katzen nur wenige Sekunden verweilen, andere mehrere Minuten. Bei besagtem Calvin-Klein-Duft blieben die Geparden ganze 11 Minuten bei der Kamera. Auch späterere Praxistests liefen erfolgreich: An einer Kamera im Dschungel Guatemalas wurde das Parfüm eingesetzt, um Jaguare abzulichten. Auch Leoparden folgten dem Geruch im indischen Karnataka.

Wie Jaguare, Leoparden und Geparde sind auch Tiger extrem geruchsempfindlich. Eine besondere Anziehungskraft verleiht dem Calvin-Klein-Parfüm der Zusatzstoff Zibeton – die Duftmarke der Afrikanischen Zibetkatze. AK Mishra, der ranghöchste Wildtierbeamte der Region, betonte gegenüber BBC, dass man nicht beabsichtigte, das Tier zu töten. Sollte sie allerdings angreifen, sei man möglicherweise gezwungen, zu schießen.


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