Bizarrer Fund Fischern geht gigantischer Hirschkopf ins Netz - er ist 10.000 Jahre alt

Zwei Fischer in Irland holen einen Schädel mit einem riesigen Geweih aus einem See: Es sind die Überreste einer längst ausgestorbenen Tierart
Irischer Elch
Das fossile Geweih hat eine Spannweite von 1,80 Metern. Das Tier muss zu Lebzeiten eine Schulterhöhe von fast zwei Metern gehabt haben

Es war wohl nicht ganz das, was sich die beiden irischen Fischer Raymond McElroy und Charlie Coyle erhofft hatten. Aber immerhin: eine Sensation. Als die beiden am See Lough Neagh im Norden Irlands ihren Fang einholen wollten, dachten sie zunächst, sie hätten gesunkenes Treibholz im Netz. Doch das erwies sich als ein komplett erhaltener Schädel mit einem imposanten Geweih. Nicht von irgendeinem Hirsch. Sondern von einem der größten Hirsche, die je die Erde bevölkerten, dem Irischen Elch, einer längst ausgestorbenen Art, die in Irland vor rund 10.500 Jahren verschwand.

"Ich dachte, es wäre der Teufel persönlich", sagte Charlie Coyle der Irish Times. "Ich wollte ihn schon wieder ins Wasser werfen." Zum Glück folgte Coyle nicht seiner Intuition. Sein Kollege Raymond McElroy erinnerte sich nämlich, dass in derselben Gegend vor vier Jahren ein gewaltiger Unterkiefer gefunden worden war – der möglicherweise vom selben Tier stammt.

Irische Elche waren in ganz Europa zuhause

Der Irische Elch (Megaloceros giganteus) ist, genau genommen, kein Elch, sondern ein Hirsch. Die Geweihe der Tiere erreichten eine Breite von mehr als 3,5 Metern. Die Art war in ganz Europa, Nordafrika und im nördlichen Asien verbreitet - und verdankt ihren Namen der Tatsache, dass in irischen Seen und Mooren dank guter Konservierungsbedingungen besonders intakte Skelette erhalten sind.

In Irland starb die Art aus, als im Zuge der Erwärmung nach dem Abklingen der letzten Eiszeit immer mehr Wald die ehemaligen Grassteppen und Weidegründe der Riesenhirsche bedeckte. Fossile Überreste wurden aber auch in Deutschland gefunden. Nur in Sibiren konnte sich Megaloceros giganteus länger halten. Hier starb das letzte Exemplar vor rund 6500 Jahren.

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