Karlsruhe Eichhörnchen, das Mann verfolgte, heißt nun Pippilotta

Im Fall des jungen Eichhörnchens, das einen Mann in Karlsruhe verfolgte und der schließlich die Polizei rief, gab es eine überraschende Wendung - denn in der Auffangstation sorgte "Karl-Friedrich" für eine Überraschung
Eichörnchen Pippilotta

Nach der hartnäckigen Verfolgung schlief das Jungtier schließlich vor Erschöpfung ein

Das Eichhörnchen aus Karlsruhe, das in der letzten Woche einen Polizeieinsatz auslöste, weil es sich hartnäckig an die Fersen eines Mannes geheftet hatte, hat nun einige Tage später noch eine weitere Überraschung parat.

Das Tier, das die örtliche Polizei vorrübergehend in ihre Obhut genommen und "Karl-Friedrich" getauft hatte, ist tatsächlich ein weibliches Eichhörnchen. Die Wildtierstation, in der das Findelkind seit letztem Donnerstag untergekommen ist und sich erholt, taufte das Eichhörnchen nun um: Pippilotta.

Diesen Namen trägt die Kleine nicht ohne Grund: Weil man beeindruckt von der Stärke und dem Überlebenswillen der Kleinen sei, trägt sie nun einen der Vornamen der Kinderbuch-Heldin Pippi Langstrumpf.

Es wird davon ausgegangen, dass das etwa sechs Wochen alte Eichhörnchen aus dem Nest fiel und aus purer Not und eisernem Überlebenswillen in der vergangenen Woche den Mann verfolgte. Das Eichhörnchen-Mädchen, das auf der Suche nach einem neuen Zuhause war, war stark dehydriert, geschwächt und am Auge verletzt.

Was passiert mit Pippilotta?

Mittlerweile befindet sich das Tier auf dem Weg der Besserung und wird in der Wildtierstation aufgepäppelt. Noch muss Pippilotta alle drei Stunden und mit einem speziellen Energiegetränk gefüttert werden.

Sobald sie wieder richtig fit ist, soll sie gemeinsam mit einem Eichhörnchenjungen ("Björn") in ein größeres Gehege umziehen, um sich auf ein Leben draußen vorbereiten zu können. Ende September soll "Pippilotta" dann ausgewildert werden.

Kein ungewöhnliches Tierverhalten

Verlassene Eichhörnchen-Junge suchen sich in der Not nicht selten die Nähe zum Menschen, wenn sie Hilfe oder Schutz benötigen. Die Tiere laufen der neuen Bezugsperson hinterher oder klettern sogar hilfesuchend am Hosenbein hoch.

Naturverbände und Wildtier-Schutzorganisationen raten, sich in einem solchen Fall direkt an die nächste Wildtierstation zu wenden und keinesfalls alleine groß zu ziehen. Eichhörnchenjunge wachsen immer mit mehreren Artgenossen auf. Nur so lernen die Jungtiere, sich artgemäß zu verhalten.

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