Medizin Mehr als 100.000 Tote durch Giftschlangen - wie die WHO das ändern will

Jährlich sterben mehr als 100.000 Menschen durch Schlangenbisse. Jetzt sorgt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für günstige Medikamente
Sandrasselotter

Die Sandrasselotter hat ein hochwirksames Gift und ist in Asien für viele tödliche Unfälle verantwortlich

Ein unbedachter Schritt kann das Leben kosten: In weiten Teilen Afrikas und Asiens gehören Schlangenbisse zu den größten Gesundheitsrisiken. Jedes Jahr sterben weltweit mehr als 100000 Menschen an den Folgen, mehr als an bekannteren Tropenleiden wie Den­gue­fieber oder der Schlafkrankheit.

Nun sagt die Weltgesundheitsorganisation WHO dem Leid den Kampf an, denn schließlich gibt es wirksame Gegengifte. Sie sollen in betroffenen Ländern künftig zuverlässiger vorhanden sein und günstiger werden. Dazu testet die WHO geeignete Präparate und fördert die Entwicklung neuer Medikamente. So prüfen staatliche Labore Mit­tel, die gegen das Gift mehrerer Schlangenarten helfen sollen. Diese Substanzen könnten zum Selbstkostenpreis angeboten werden.

Zahl der Todesopfer stieg um das Sechsfache

Ein wichtiger Schritt, denn derzeit führen zum Beispiel viele afrikanische Kliniken keine geeigneten Gegengifte: Sie sind zu teuer. Die Produktion eines wichtigen Serums, Fav-Afrique, wurde sogar eingestellt – billige Konkurrenzprodukte, etwa aus Asien, haben es vom Markt verdrängt. Dabei wirken viele asiatische Präparate kaum gegen das Gift afrikanischer Schlangenarten. Allein in Ghana stieg die Zahl der Todesopfer von Schlangenbissen daraufhin um das Sechsfache.

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