Biologie Versteckt im Leuchten

Wie sich ein Krake mithilfe biolumineszierender Bakterien für Fressfeinde unsichtbar macht
Versteckt im Leuchten

Hat seinen Schimmer von Bakterien: Euprymna scalopes

Die im Dunkeln sieht man nicht - dieser Spruch gilt für den nachtaktiven Zwergtintenfisch Euprymna scalopes nur bedingt. Denn im Sternen- und Mondschein wirft der nur dreieinhalb Zentimeter große Winzling einen für seine Feinde sichtbaren Schatten. Theoretisch zumindest. Denn das Tier hat eine ungewöhnliche Tarnstrategie entwickelt: Gegenlicht.

Es schimmert jeweils wie die Meeresoberfläche in einer Mond- oder Sternennacht und macht den Tintenfisch dadurch faktisch unsichtbar.

Produziert wird das Gegenlicht in einem speziellen Leuchtorgan des Tintenfisches, aber nicht aus eigener Kraft, sondern mithilfe biolumineszierender Bakterien, die in dem Organ Unterschlupf finden und dort sogar Nahrung erhalten. Das hat Margaret McFall-Ngai von der University of Wisconsin entdeckt.

Erstaunlicherweise erkennt der Tintenfisch genau, ob seine Untermieter der gewünschten Arbeit nachgehen oder nicht. Denn das Leuchtorgan besitzt Sinneszellen ähnlich einer Netzhaut und sieht quasi als inneres Auge, welche Bakterienzelle Licht produziert und welche nicht.

Der Tintenfisch schafft es dann, die nicht leuchtwilligen Untermieter vor die Tür zu setzen.

Mehr über Kraken

Kluge Kraken
Verhalten
Kluge Kraken
Die Kopffüßer verblüffen Forscher: Sie täuschen und tricksen. Und einige von ihnen entwickeln sogar eine Persönlichkeit
GEO
Biologie: Ein ganzer Kerl
Auch Kraken bekommen eine Erektion. Das hat jetzt eine US-Forscherin durch Zufall entdeckt
GEO Nr. 06/14 - Das blühende Leben
GEO Nr. 06/14
Das blühende Leben