Schönwetter-Prophet Katze

Die empfindlichen Wärmerezeptoren und auch andere, bis jetzt noch unbekannte Biomechanismen der Hauskatzen machen sie für Wetterveränderungen empfindlich, die wir anhand des Katzenverhaltens voraussagen können. Vor einer Regenperiode kommen sie gern ins Haus zurück und lieben es bei schönem Wetter, sich ausgiebig zu putzen. Wenn die Katzen sich viel putzen, gibt es gutes Wetter. Mit Wärme ist zu rechnen, wenn die Katze fest schläft oder wenn sie beim Schlafen den Bauch zeigt.

Das Grasfrosch-Hygrometer

Im Gegensatz zu den Laubfröschen geben uns die in fast jedem naturnahen Teich vorkommenden Grasfrösche recht sichere Hinweise auf Wetterveränderungen. Bei sommerlichen Schönwetterperioden sitzen sie geschützt stundenlang und täglich an derselben Stelle. Stellt sich das Wetter um, geht das mit einer zunehmenden Luftfeuchtigkeitszunahme einher, die den Fröschen mit ihrer empfindlichen Haut entgegenkommt. Droht Regen oder Gewitter (schwüle Luft), kann man Frösche auch schon mal durch den Garten, über Wege oder gar Straßen hüpfen sehen. Wissenschaftler betätigen dieses Verhalten und bestätigen der Wettervorhersage eine Genauigkeit von über 90 Prozent.

Schotten dicht bei Unwetter: Ameisen

Ameisen besitzen ein besonders gut entwickeltes, komplexes reizgesteuertes Verhalten. Daher reagieren ihre Sinnesorgane sehr sensibel auf alle sich in der Atmosphäre abspielenden Vorgänge. Ein Fortbestehen guten Wetters lassen fleißig arbeitende und laufende Ameisen erkennen. Wenn sie eilig von ihren Märschen zurückkehren und am helllichten Tage die Eingänge in die Ameisenburg vermauern, wird es sicher in Kürze Regen geben. Ihre Entlüftungs- und Nahrungseinbringungslöcher werden bei Hitze sogar noch erweitert, aber zwischen 10 und 20 Minuten vor einem herannahenden Gewitter verschließen die Ameisen diese wichtigen Öffnungen in ihrem Bau.

Wetterfühlige Pferde

Pferde werden bei kaltem und dazu noch schönem Wetter spritzig und lebenslustig. Naht bei starker Kälte ein Tiefdruckgebiet, erkennbar an milderen Temperaturen und höherer Luftfeuchtigkeit, lassen sie sich schlechter reiten, erschrecken sich leicht, buckeln und werfen unerfahrene Reiter öfter ab. Die Unruhe, die ein Pferd z. B. bei zunehmender Luftfeuchtigkeit vor einem Wetterumschwung, vor Gewitter oder Regen verspürt, beruht oft auf einer Zunahme von lästigen Mücken, Bremsen, Zecken und Fliegen, die während solcher Witterung sehr aufdringlich werden.

Der Kleine Fuchs - ein zuverlässiges Barometer

Tagfalter sind im Unterschied zu den Nachtfaltern meist auffallend bunt gefärbt und am Tage aktiv. Empfindlich auf Wetterveränderungen reagiert beispielsweise der Kleine Fuchs, auch Nesselfalter genannt, und dient uns dadurch als zuverlässiges Barometer. Eine Regenfront oder Gewitter droht, wenn die Tagfalter (speziell der Kleine Fuchs) plötzlich Unterschlupf suchen oder ihre Flügel unter Balkonen oder gar im Zimmer zusammenklappen. Wenn die Tagfalter (speziell der Kleine Fuchs) trotz Sonnenschein nach einem Regen nicht wieder wegfliegen, ist mit erneutem Regen zu rechnen.

Empfindliche Wetterpropheten: Spinnen

Spinnen bauen ihre Netze nur neu, wenn sie davon ausgehen können, dass das Gespinst von Wetterwidrigkeiten nicht gleich zerstört wird – folglich, wenn es schön bleibt. Wissenschaftliche Untersuchungen durch Biologen haben festgestellt, dass Spinnen bereits fünf Tage im Voraus auf atmosphärische Erscheinungen reagieren können. Freundliche Tage zeigt die Kreuzspinne aber auch an, wenn sie abends ein großes Netz knüpft oder emsig daran schuftet und auf ihrem Netz hin und her rennt. Sitzt die Kreuzspinne schon früh am Morgen in der Mitte ihres Netzes, ist das ein weiteres sicheres Anzeichen für gutes Wetter.

Fliegt dem schönen Wetter hinterher: Mauersegler

Mauersegler sind genau wie die Schwalben auf Fluginsekten angewiesen, die sich vor Kälteeinbrüchen, Stürmen und längeren Regenzeiten versteckt halten. Als ausgezeichnete Flieger, die bis zu 100 Stundenkilometer schnell und bis zu 1000 Kilometer am Tag weit fliegen können, leisten es sich die Mauersegler einfach, die Schlechtwetterräume zu verlassen. Sie ziehen kurzerhand in entfernte Gegenden, wo die Sonne scheint, die Luft warm ist und dann vor Fluginsekten nur so wimmelt. Wenn die Vögel plötzlich aus der Stadt verschwinden, kann das ein Hinweis auf bevorstehenden (Dauer-)Regen oder eine Schlechtwetterfront sein.

Sandbad nur bei gutem Wetter: Haushuhn

Veränderungen der Luftdruck- und Feuchtigkeitsverhältnisse scheinen die Hühner zu veranlassen, ihr Fressverhalten zu ändern. So kann man beobachten, dass Hühner schon am Vorabend einer drohenden Regenfront so lange wie möglich draußen bleiben, um Nahrung zu suchen. Wenn die Eierleger die Möglichkeit haben, sich weit vom Stall zu entfernen, dann wird man das gut beobachten können. Instinktiv suchen die Hühner weiträumig und so lange wie möglich nach Nahrung, um sich noch mal  richtig den Bauch vollzustopfen. Umgekehrt ist es ein Hinweis auf gutes Wetter, wenn die Hühner abends relativ früh, bevor es dämmert, in ihren Stall gehen.

Sensibler Mistkäfer

Die Käfer reagieren deutlich auf atmosphärische Störungen, deren Zentrum auch weiter entfernt liegen kann. Sehr empfindlich reagieren die Käfer auf ferne Gewitter. Das Nervensystem dieser Tiere reagiert feinfühliger auf elektrische Feldstärken der Atmosphäre, als dies ein Barometer auf den atmosphärischen Druck tun könnte. Sieht man diese bläulich schwarz gepanzerten Käfer auch am Morgen noch recht zahlreich fliegen, kann gegen Mittag mit Regen gerechnet werden. Sieht man sie spätabends häufig fliegen, und zwar nicht niedrig über den Boden, sondern deutlich höher, dann ist bald mit einer aufkommenden Wetterfront zu rechnen.

Wasservögel fliehen vor schlechtem Wetter an Land

Bei nahendem Sturm fliegen Möwen und Seevögel nicht ins Meer hinaus, um nach Nahrung zu suchen. Sie wiegen sich dann auch nicht mehr auf den Wellen, denn ein Sturm kann für sie lebensgefährlich sein. Darum bleiben sie am Ufer, trippeln kreischend über die Sandbänke oder zwischen den Ufersteinen hin und her und suchen nach der dort deutlich kargeren Nahrung. Dieses Verhalten der Möwen ist eine so zuverlässige Sturmwarnung, dass sogar die Seeleute ihnen aufs Wort glauben.

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