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Kuckuckskind statt Beutetier So rührend kümmert sich dieses Adlerpärchen um ein Bussardbaby

Raubvogel-Familiendrama in Kanada: Erst wollten die Weißkopfseeadler das verwaiste Rotschwanz-Bussardküken an ihren Nachwuchs verfüttern, nun ziehen sie es selbst groß. Allerdings bleibt ein Happy End ungewiss

In Roberts Bay, Sidney, in der kanadischen Provinz British Columbia machten Naturbeobachter eine seltsame Entdeckung: Eine Weißkopfseeadler-Familie bekommt unerwarteten Nachwuchs - und zwar ein Bussardjunges. Eigentlich war das Waisenkind als Mahlzeit für den eigenen Nachwuchs gedacht. Nun streckt es wie seine Stiefgeschwister den Kopf in die Höhe und wird von den Zieheltern mit gleichen Portionen versorgt.

Ein unübliches Bild in der sonst unerbittlichen Natur. Aber zeigen sich die Raubtiere tatsächlich milde oder haben sie sich bloß vertan? "Vermutlich ähnelt der junge Bussard den Adlerküken noch ausreichend in Verhalten, Erscheinung und Lauten", schätzt David Hancock von der Hancock Wildlife Foundation. Darüber hinaus sei ein solches Naturschauspiel nicht so selten, wie man denkt.

© Hancock Wildlife Foundation (www.hancockwildlife.org)

"Dass sich ein fremdes Küken aber derart anpasst und akzeptiert wird, ist jedoch unglaublich", so Hancock. Ein heikler Moment steht dem Bussardbaby aber noch bevor: Es wird eher flügge sein als der Adlernachwuchs und könnte damit vielleicht doch noch zum potenziellen Opfer werden. Dann wollen die Naturschützer es vor seinen Zieheltern bewahren und in eine Aufziehstation geben.


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