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Adler-Webcam Nervenkrimi um den Schreiadler-Nachwuchs

Brütender Schreiadler
Trügerische Idylle: Die beiden Schreiadler müssen wachsam sein, um ihr Küken nicht zu verlieren
© Deutsche Wildtierstiftung
Per Webcam können wir erleben, was es heißt, seinen Nachwuchs gegen zahlreiche listige Feinde zu verteidigen

Eine Einstellung, alles live, rund um die Uhr. Protagonisten: ein Adler-Pärchen. Was nach einem etwas wirren Video-Konzept klingt, ist Teil eines Artenschutzprojekts. Forscher haben in den Wipfeln des lettischen Naturreservats Teiči eine Webcam montiert, um via Internet mehr über das Leben dieser bedrohten Vogelart zu erfahren - und um die ganze Welt am Leben eines Schreiadler-Pärchens teilhaben zu lassen.

Wer sich das Programm auf der Seite der Deutschen Wildtierstiftung ansieht, muss, anders als erwartet, starke Nerven haben. Denn die brütenden Altvögel müssen das Ei gegen zahlreiche, teilweise gewiefte Feinde verteidigen. Immer wieder umlagern zum Beispiel Eichelhäher den Horst, fliegen Scheinangriffe. Sie haben es auf das Ei abgesehen, spekulieren darauf, dass das Weibchen sich vom Ei entfernt - um es dann stehlen zu können. Auch das mittlerweile geschlüpfte Küken ist noch schutzbedürftig.

Die kleinste der in Deutschland vorkommenden Adler-Arten ist hierzulande selten geworden. Seit Mitte der 1990 Jahre ging der Bestand um ein Viertel zurück. Insgesamt gibt es in Deutschland nur noch 110 Paare, verteilt auf Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Rücksichtsloser Nachwuchs

Glück für das Küken: Da das Weibchen nur ein Ei gelegt hat, muss sich der Nachwuchs nicht mit seinem Geschwister streiten. Üblicherweise hackt nämlich ein Küken das andere tot - um seine eigenen Chancen auf Überleben zu erhöhen.


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