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Audun Rikardsen Norweger fotografiert Wale mit einzigartiger Technik


Seit nordatlantische Heringsschwärme zum Überwintern nach Norwegen wandern, spielen sich dort packende Szenen zwischen Fischern und Walen ab. Audun Rikardsen hat diese Interaktion in einzigartigen Bildern eingefangen - und erhielt dafür nun den Fritz Pölking Preis
Audun Rikardsen
Ein Buckelwal bei Nacht: Für Aufnahmen wie diese hat Audun Rikardsen ein eigenes Blitzlichtsystem entwickelt
© Audun Rikardsen

Der Fotograf Audun Rikardsen gewinnt mit seiner Arbeit "Das Festmahl im Polarwinter" den renommierten Fritz Pölking Preis 2016. Dem Norweger sei laut Jury das Kunststück gelungen, in seiner Serie eine Symbiose aus eindringlicher Fotoreportage und stimmungsvoller Tierfotografie zu erschaffen.

"Meisterhaft versteht Audun den Umgang mit Licht – oder vielmehr mit Dunkelheit – und setzt sein selbst entwickeltes Blitzlichtsystem ein, um in der Tiefe der norwegischen Winternacht einen an der Wasseroberfläche schwimmenden Buckelwal im Moment des Luftaustritts geradezu mystisch zu inszenieren", erklärt Jury-Mitglied Patrick Brakowski. "In einem anderen Bild zeigt er im Reportagestil den gefährlichen Moment, als sich ein Schwertwal dem Fang eines Fischerbootes nähert. Rikardsen bleibt in seiner Arbeit immer konsequent und zeigt die Tiere stets im Kontext zu ihrer Umgebung oder der jeweiligen Situation. Dabei erzählt er uns seine Geschichte mit viel Nähe und Aufrichtigkeit.“

Audun Rikardsen
Audun Rikardsen arbeitet als Professor für Biologie an der Universität Tromsø. Oft verbindet er sein fotografisches Schaffen mit seiner wissenschaftlichen Arbeit.
© GDT ENJ 2016

Auch für die Bilder, die Szenen über und unter der Wasseroberfläche kombinieren, nutzt Rikardsen spezielle Technik.

Wal

"Ich habe mein eigenes Unterwassergehäuse entwickelt, um diese geteilten Bilder bei wenig Licht aufnehmen zu können“, so Rikardsen zu Geo.de. Wie die Technik im Einsatz aussieht, zeigt diese norwegische TV-Dokumentation (Teil 2).

Audun Rikardsen
Geteiltes Bild: Solche Aufnahmen stellen eine komplzierte Lichtsituation für Fotografen dar. Rikardsen hat dafür ein spezielles Unterwassergehäuse konstruiert.
© GDT ENJ 2016

"Gerade der Fritz Pölking Preis ermöglicht es den Fotografen, ein Thema jenseits eines gelungenen Einzelbilds weiterzuerzählen, es inhaltlich und künstlerisch 'auszubreiten', und damit eine eigene fotografische Sprache zu entwickeln", so Brakowski. In den Augen der Jury sei dies jedoch vielen Fotografen nicht so recht gelungen. Statt eine Geschichte voranzutreiben, hätten sich die Bilderserien oft in Wiederholungen verloren oder es habe fehlte der inhaltliche oder stilistische Zusammenhalt.

Audun Rikardsen
Die Bilder des Projekts "Das Festmahl im Polarwinter" erzählen vom Klimawandel und seinen Veränderungen. Von nordatlantischen Heringsschwärmen, die zum Überwintern aus bisher unbekannten Gründen in bestimmte Fjorde im nördlichen Norwegen wandern und von den Folgen, die dieser plötzliche Überfluss vor allem für Wale und Fischer nach sich zieht.
© GDT ENJ 2016

Der internationale Fotopreis wird seit neun Jahren zu Ehren des 2007 verstorbenen Fritz Pölking von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) gemeinsam mit dem Tecklenborg-Verlag ausgeschrieben. Er wird jährlich für ein herausragendes fotografisches Werk vergeben. Dies kann sowohl ein naturfotografisches Projekt als auch ein Portfolio sein.


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