Tierwelt Orcas in der Nordsee

Die Schwertwale fressen alles von kleinen Fischen bis zu ausgewachsenen Delfinen. Auch in der Nordsee gehen Sie auf Jagd. Ein Tierwelt-Video

Ab und an ragen in der Nordsee, ganz in der Nähe der Shetlandinseln, riesige Rückenflossen aus dem Wasser. Dann tummeln sich Orcas (Orcinus Orca) im Norden Schottlands. Das raue Klima dort kann Orcas, wie die Schwertwale oft genannt werden, nichts anhaben. Sie machen hier Jagd auf Fischschwärme – und haben gute Aussichten auf fette Beute. Da die riesigen schwarz-weißen Wale extrem schnell sind, kann ihnen kaum ein Meeresbewohner entkommen.

Schwertwale beherrschen verschiedenste Jagdtechniken

Orcas jagen alles: Sardinen, Wale, Delfine und sogar Robben und Pinguine. Doch die Schwertwale spezialisieren sich – und passen je nach Beute ihre Jagdmethode an: Wale und Delfine jagen sie mit einer Geschwindigkeit von bis zu 55 Stundenkilometer durchs Wasser. Erst wenn das gejagte Tier ermüdet, greifen die Raubtiere an. Für die Jagd auf kleine Fische dagegen leben Orcas in Gruppen von bis zu hundert Tieren. Sie umkreisen einen Fischschwarm und stoßen Luftblasen aus. Und weil die Fische die nicht durchschwimmen können, sind sie umzingelt und ohne Chance zu entkommen. Für die Jagd auf Robben und Pinguine nutzen Orcas hingegen eine ganz andere Methode: Sie lassen sich ans Ufer spülen, greifen eines der Tiere und schleifen es in tiefere Gewässer, um es dort zu töten.

Der imposante Körper des "Killerwals"

Seine Jagderfolge haben dem Orca gruselige Spitznamen wie "Mörder-" und "Killerwal" eingebracht: in der Erzählung "Pinocchio" wird der Protagonist gar von einem Wal verschluckt – der Orca scheint eine Urangst beim Menschen auszulösen - und das sicherlich nicht allein aufgrund seiner Jagdtechniken, sondern auch wegen seines bedrohlich wirkenden, massigen Körpers: Die größte Delfin-Art der Welt wird durchschnittlich sieben Meter lang. Allein die Rückenflosse, auch Finne genannt, kann bis zu eineinhalb Meter aus dem Wasser ragen. Ein Umstand, dem der Orca seinen zweiten Namen verdankt: "Schwertwal". Und die schwarze Haut mit einem langgezogenen weißen Fleck hinter den Augen verstärkt den bedrohlich wirkenden Auftritt zusätzlich.

In der Nordsee ist die Schwertflosse der Orcas allerdings selten zu sehen. Normalerweise beschränkt sich ihr Lebensraum auf die nahezu menschenleeren Gewässer der Arktis und Antarktis, aber auch auf Teile des Pazifiks und des Atlantiks.