Sonare Sabotage Fledermäuse funken sich dazwischen

Aaron Corcoran, Forscher aus North Carolina, fand heraus, was hinter den sirenenartigen Rufe von Fledermäusen steckt: Die Saboteure setzen gezielt Störsignale während der Nahrungssuche ein
Fledermäuse funken sich dazwischen

Fiese Verwandte: Fledermäuse stören ihre Artgenossen bei der Nahrungssuche

Einbrecher nutzen Störsender, um Alarmanlagen "auszuschalten", Sicherheitsdienste verhindern mit ihrer Hilfe, dass ferngesteuerte Bomben hochgehen. Dass aber auch Fledermäuse auf Nahrungssuche eine Art Störsender gegen ihre Artgenossen einsetzen, war bisher nicht bekannt.

Als Aaron Corcoran, Forscher aus North Carolina, die sirenenartigen Rufe eines Nachts zum ersten Mal vernahm, wollte er eigentlich nur die bereits bekannten Echosignale der Mexikanischen Bulldoggfledermaus aufzeichnen. Gehen die Tiere auf Insektenjagd, senden sie mit ihren Schreien Ultraschallwellen in Richtung ihrer Beute. Anhand der Zeit, die vergeht, bis das Echo dieser Schreie wieder zu ihnen zurückkommt, orten die Fledermäuse Ziel und Entfernung. Es sei denn, ein Rivale stört die Peilung: Corcoran stellte fest, dass die bis dahin unbekannten Rufe immer genau dann zu hören waren, wenn ein anderes Tier gerade zum Fangflug ansetzte - und dass diese stets die Peilrufe des Jägers übertönten.

86 Prozent der Fälle verfehlten die gestörten Jäger ihre Beute

Der Forscher rekonstruierte die Flugkurven der Tiere und filmte die Jagdszenen, das Ergebnis: In etwa 86 Prozent der Fälle verfehlten die gestörten Jäger ihre Beute. Stattdessen war oft der sabotierende Rivale erfolgreich. Den Artgenossen bei der Jagd per Sonar dazwischenzufunken, diese Heimtücke haben die Bulldoggfledermäuse fast exklusiv. Die Technik wurde noch bei keiner anderen Art beobachtet - außer bei ihrer eigenen Beute, einer Mottenart, die ihrerseits Fledermäuse mit Ultraschall-Störlauten in die falsche Richtung lenkt.