Hat das Zeug zum Nationaltier: der Philippinenadler

Was auf den Philippinen vom Dschungel übrig blieb, vielleicht zehn Prozent der ursprünglichen Fläche, bietet noch Platz für 150 bis 500 Adlerpaare. Die meisten leben auf der südlichen Insel Mindanao. Dort nisten sie an den Flanken der 3000 Meter hohen Berge Mt. Apo und Mt. Kitanglad, in den Kronen von 50 Meter hohen Bäumen, die von Lianen und Orchideen überwuchert sind

Wie viele andere Waldvögel besitzt der Philippinenadler auffällig breite Flügel. Sie erleichtern ihm das Manövrieren zwischen den Bäumen

Um die Adler fotografieren zu können, musste Fotograf Klaus Nigge mehrstündige Märsche durch den Nebelwald auf sich nehmen

Im Alter von fünf Wochen kennt das Adlerküken Mutter, Vater, die Geborgenheit des Horsts. Es blickt in eine ungewisse Zukunft. Die Nebelwälder im Südosten von Mindanao zählen zu den letzten Refugien des Großvogels - und könnten ebenfalls von Palmöl-Plantagen verdrängt werden

Die großen Augen sind kreisrund wie Gartenteiche, der schmale, hohe Schnabel verleiht dem Vogel ein cäsarisches Profil

Den Kopf des Philippinenadlers krönt eine Haube aus langen Federn, die er je nach Gemütszustand aufrichten, halbhoch tragen oder eng anlegen kann wie eine Gelfrisur

Der Vogel kann verblüfft aussehen, verzagt, trottelig oder nachdenklich, majestätisch, cool. Oder wie zu allem entschlossen

"Vögel verfügen nicht über Mimik, deshalb haben sie es schwer, Menschen zu begeistern", sagt Nigge. Der Philippinenadler aber könne seine Ausstrahlung verändern, er scheine seine Gefühle zu zeigen. Das mache ihn sympathisch

... Bei Regen allerdings fällt die ganze Federpracht zusammen

Das Jungtier ist nun vier Monate alt, sein stattlicher Umfang verrät das Geschlecht: ein Weibchen, nimmersatt. Dem Vater - schmal wie alle Männchen der Art - fällt es zunehmend schwer, genug Nahrung heimzubringen

Einmal täglich liefert der Vater Futter, mal einen Riesengleiter, mal ein Eichhörnchen. Affen jedoch nur selten

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