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Zoologie Neue Vampirkrabben entdeckt


Forscher stießen im Dschungel Zentral-Javas auf zwei neue Krabben-Arten. Das Skurrile daran: Bei Aquarianern sind die kleinen, farbenfrohen Krustentiere schon seit Jahren beliebt
Zoologie: Seine pupurroten Scheren machen Geosesarma dennerle für Aquarianer interessant
Seine pupurroten Scheren machen Geosesarma dennerle für Aquarianer interessant
© Christian Lukhaup

Die farbenfrohen Vampirkrabben der Gattung Geosesarma sind bei Aquarianern begehrt. Woher die Tiere stammen, scheinen dagegen die wenigsten von ihnen zu wissen. Ebensowenig, dass es sich teilweise um wissenschaftlich noch nicht beschriebene Arten handelt.

Der Zoologe Christoph Schubart von der Universität Regensburg und der Aquarianer Christian Lukhaup machten sich nun auf die Suche nach zwei besonders farbenfrohen Krustentieren, die bei Aquarianern schon seit rund zehn Jahren beliebt sind. Und fanden im Herzen der Insel Java zwei bislang namenlose Spezies, die sie Geosesarma dennerle und Geosesarma hagen nannten.

Zoologie: Geosesarma hagen hat leuchtend rote Scheren und gelbe Augen - Merkmale, die der Krabbe helfen, mit Artgenossen zu kommunizieren
Geosesarma hagen hat leuchtend rote Scheren und gelbe Augen - Merkmale, die der Krabbe helfen, mit Artgenossen zu kommunizieren
© Christian Lukhaup

Das berichten die beiden jetzt in einer aktuellen Studie. Hinweise auf die wahre Herkunft der beiden Spezies erhielt Lukhaup durch Kontakte zu Zwischenhändlern und Sammlern.

Die Landkrabben mit den charakteristisch gelb leuchtenden Augen leben in der Nähe von Flüssen und ernähren sich wohl vor allem von bodenbewohnenden Insekten. Dass sie sich gegenüber Artgenossen friedlich verhalten und wenig Platz brauchen, macht sie - zu ihrem eigenen Nachteil - für Aquarianer interessant.

Nicht ohne Grund liegt die Herkunft etlicher Aquarien- und Terrarien-Bewohner im Dunkeln: Viele Menschen in Südostasien leben davon, in unzugänglichen Regionen des Regenwalds Tiere für den Weltmarkt zu fangen und an Zwischenhändler zu verkaufen. Darunter auch die auffällig bunten, aber nur daumennagelgroßen Landkrabben. Um Konkurrenz unter Sammlern zu vermeiden, wird die wahre Herkunft der Tiere verschleiert.

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