GEO schützt den Regenwald e.V.

Demokratische Republik Kongo Witwen-Zentrum, Virunga

Seit 2012 unterstützt „GEO schützt den Regenwald e.V.“ die Arbeit der Ranger im Nationalpark Virunga. Doch auch die Witwen verstorbener Ranger erhalten Hilfe

Über die Region

Das bereits im Jahr 1925 gegründete Schutzgebiet in Virunga, seit 1969 bekannt als „Virunga-Nationalpark“ der D.R. Kongo, ist der älteste Nationalpark in Afrika. Das riesige Parkgelände in der Provinz Nord-Kivu im Osten der D.R. Kongo verläuft entlang der Grenzen zu Ruanda und Uganda; mit 7.835 Quadratkilometern ist es über dreimal so groß wie das Saarland.

Der zum UNESCO-Welterbe gehörende Park zeichnet sich durch seine besonders hohe Artenvielfalt aus, denn Wälder, Savanne und Sümpfe bieten eine große Vielfalt an Lebensräumen. Im Süden bilden bis zu 3.500 Meter hohe Vulkane eine imposante Kulisse; der Nyiragongo und der Nyamuragira gehören zu den aktivsten Feuerbergen der Welt. Berühmt ist der Nationalpark als Refugium der hochgradig vom Aussterben bedrohten Berggorillas (lateinischer Name: Gorilla beringei beringei). Berggorillas werden zurzeit nicht in Zoos gehalten. Die Erhaltung der Art kann somit ausschließlich durch den Schutz der wildlebenden Tiere gewährleistet werden. Die jüngste Zählung im Virunga-Vulkan-Gebiet zwischen Ruanda, Uganda und der D.R. Kongo ergab eine Zahl von mindestens 604 Berggorillas. Zusammen mit den 400 Tieren der einzigen anderen Population, die im Bwindi Impenetrable National Park in Uganda beheimatet ist, steigt damit die Gesamtzahl weltweit freilebender Berggorillas auf etwas mehr als 1.000 Tiere (Stand laut der Max-Planck-Gesellschaft: Mai 2018). Es sind sehr wenige – doch mehr als doppelt so viele als vor 30 Jahren! Die Schutzbemühungen zeigen also Wirkung.

Witwen-Zentrum, Virunga

Im Süden von Virunga stehen Berggorillas wie dieser im Gebiet Mikeno im Zentrum der Schutzbemühungen des Nationalparks

Die Berggorillas sind in den Bergnebelwäldern im Süden des Virunga-Nationalparks heimisch. Dieses Rückzugsgebiet ist in Gefahr. In den vergangenen Jahrzehnten wüteten immer wieder Bürgerkrieg und bewaffnete Konflikte in Ostkongo, bedrohten die Bevölkerung von Nord-Kivu ebenso wie die dem Schutz des Virunga-Nationalparks anvertrauten Tiere. Gleichzeitig gefährden Wilderei und eine Holzkohle-Mafia das Schutzgebiet. Die Ranger, die den Nationalpark und seine Tiere mit großer Leidenschaft verteidigen, setzen tagtäglich ihr Leben aufs Spiel. Erschütterndes Ergebnis: Fast 200 der Parkwächter von Virunga starben in den vergangenen Jahrzehnten in Ausübung ihres Dienstes; die meisten von ihnen hinterließen Familien mit Kindern.

Witwen-Zentrum, Virunga

Der Nationalpark Virunga in der Provinz Nord-Kivu, im Nordosten der D.R. Kongo erstreckt sich über rund 300 Kilometer Länge und bis zu 150 Kilometer Breite

Hintergrund des Projekts

Seit Veröffentlichung der Reportage „Kampfzone Virunga“ von Autorin Anke Sparmann und Fotograf Brent Stirton in der GEO-Ausgabe vom Juni 2012 unterstützen zahlreiche Leser und Förderer des Vereins den lebensgefährlichen Einsatz der Ranger mit ihren Geldspenden. Anfangs finanzierten diese vor allem Nothilfemaßnahmen wie Transportkosten und Ausrüstung des Nationalparks. Ab 2014 dienten die Mittel der Fertigstellung eines Elektrozauns im Süden des Parks. Seit Juli 2015 bietet dieser Zaun Menschen und Tieren im Mikeno-Sektor des Parks besseren Schutz.

Witwen-Zentrum, Virunga

Dieser Ranger kontrolliert den Elektrozaun, der Zusammenstöße zwischen Wildtieren, etwa Büffeln, und den Kleinbauern der Umgebung verhindert

„GEO schützt den Regenwald e.V." führt die Kooperation mit Virunga fort und setzt die ab Juli 2015 eingehenden Spendengelder zweckgebunden für ein Neuvorhaben ein. Das hier vorgestellte Projekt kommt den Witwen und Kindern von Wildhütern zugute, die nach dem Tod der Familienväter weitgehend auf sich alleine gestellt sind.

Ziel ist es, den Frauen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, ihnen dabei zu helfen, sich eine eigene Zukunft aufzubauen. In einem Werkstatt- und Trainingsgebäude, das eigens für diese Zwecke errichtet wird, lernen sie zu nähen, Reparaturen an Zelten, Schuhen und weiterer Ausrüstung vorzunehmen, und bekommen dafür ein Gehalt. Das Projekt wird die ständigen Ausgaben des Nationalparks deutlich mindern. Daneben werden in dem neuen Gebäude Weiterbildungen angeboten, die den Teilnehmerinnen zu mehr Selbstständigkeit verhelfen. In diesen Kursen wird den Frauen Wissen zu gesundheitlichen Themen wie AIDS-Prävention, Verhütung und Hygiene ebenso vermittelt wie zu Verbesserungen in der landwirtschaftlichen Produktion und Basiswissen für Kleinunternehmerinnen.

Das Vorhaben fördert auch den Natur- und Artenschutz auf vielfältige Weise: Die Maßnahmen mindern den sozialen Druck der Hinterbliebenen von Wildhütern auf die Nationalparkleitung. Sie stärken auch die Motivation der aktuellen Ranger, die für den Erhalt von Virunga täglich ihr Leben riskieren. Außerdem wird das Parkbudget nachhaltig entlastet, so dass sich die Leitung des Nationalparks auf ihre eigentliche Aufgabe, den Schutz der Natur, konzentrieren kann.

Witwen-Zentrum, Virunga

Auch die Witwe Nzabonimpa Bahamisi, hier mit fünf ihrer sechs Kinder, braucht nach dem Tod ihres Mannes Hilfe beim Aufbau einer eigenen Zukunft – mit Aus- und Weiterbildung, einem gesicherten Einkommen

Dauer

Juli 2015 - Juni 2019

„Virunga-Spenden“ unterstützen weiterhin dieses Projekt

Ziele

  • Entlastung des Park-Budgets und dauerhafte Sicherung von finanziellen Ressourcen für den Naturschutz im Nationalpark  
  • Minderung des sozialen Drucks auf die Nationalparkverwaltung
  • Hilfen zur Selbstständigkeit und Unterstützung beim Aufbau einer eigenen Zukunft für die Witwen von Virunga-Wildhütern

Aktivitäten

  • Bau und Ausstattung eines Werkstatt- und Schulungsgebäudes und eines kleineren Küchengebäudes auf dem Gelände des Hauptquartiers des Nationalparks in Rumangabo
  • Einrichtung und Ausrüstung einer Nähwerkstatt:
    - Kauf u.a. von zwölf elektrischen und zwei mechanischen Nähmaschinen, Möbeln, Stoffen, Nähutensilien, Werkzeug-Sets für die Auszubildenden u.a.
  • Finanzierung der Gehälter der Witwen
  • Aus- und Weiterbildung der Ranger-Witwen:
    - Nähen von Haustextilien, Taschen, Bekleidung, Souvenirs, Uniformen für Angestellte im Tourismus-Sektor etc.
    - Fertigung und Reparatur von Schuhen und Zelten
    - Herstellung von Schmuck
  • Weiterbildungsmaßnahmen:
    - Gesundheit: AIDS-Prävention, Verhütung, Hygiene
    - Best Practices in der Landwirtschaft
  • - Heranführung an kleinunternehmerische Tätigkeiten: Buchführung, Kalkulation, Planung
  • - Englisch-Sprachkurse

Fortschritte

2020: Im März erklärt die WHO Covid-19 zur Pandemie; der Virunga-Nationalpark muss für Besucher schließen. Am 24. April ein weiterer schwerer Schlag: Nahe dem Hauptquartier der Parkverwaltung in Rumangabo legen ruandische Hutu-Rebellen („FDLR-FOCA“) einen Hinterhalt. Bei ihrem Angriff töten sie 13 Virunga-Ranger sowie vier Zivilisten; fünf weitere Menschen werden teils schwer verwundet. Im Juni folgt eine Attacke von Mai-Mai-Milizen auf die Ranger im zentralen Parksektor; keiner der Wildhüter stirbt, doch einige erleiden schwere Verletzungen. Wenigstens eine Sorge weniger: Am 25. Juni erklärt die WHO den zweitgrößten Ebola-Ausbruch in den Provinzen Nord-Kivu, Süd-Kivu und Ituri für beendet. Zwischen 2018 und 2020 hat das Ebolavirus im Kongo 3.481 Menschen infiziert und 2.299 Todesopfer gefordert.

Wie Koordinatorin Julie Williams mitteilt, fördert das Projekt 54 Witwen; zehn weitere Witwen sollen in der zweiten Jahreshälfte in die Aktivitäten integriert werden. Durch den Wegfall der Tourismuseinnahmen ist die finanzielle Situation im Nationalpark jedoch sehr angespannt. Auf Beschluss der Vereinsgremien kommen „Virunga-Spenden“ an den Verein weiterhin dem Witwen-Projekt zugute.

2019: ​ Mit einem neuen Sicherheitskonzept ist der Nationalpark ab Februar wieder für Besucher geöffnet. Trotz der anhaltenden Ebola-Epidemie besuchen im weiteren Jahresverlauf 2.500 Touristen den Virunga-Nationalpark – mehr als jemals zuvor. Mitte des Jahres läuft die Projektvereinbarung aus. Doch die Arbeit im Witwenzentrum in Rumangabo, in Mutsora im Norden des Nationalparks, sowie dezentral an anderen Orten, läuft erfolgreich weiter. Die Frauen in Rumangabo bauen ihre individuellen Fähigkeiten im Nähen, Zuschneiden und Entwerfen von neuen Artikeln kontinuierlich weiter aus. Die Aktivitäten der Witwen werden auch vielfältiger: Einige Frauen erhalten mittlerweile eine Ausbildung im Tourismussektor oder zur Herstellung von Schokolade. Auch im Jahr 2019 bleibt die Sicherheitslage in Virunga volatil: Fünf Ranger sterben einen gewaltsamen Tod.

2018: Im Süden des Parks, nahe des Hauptquartiers Rumangabo, wird im Mai ein Touristentransport von Milizen überfallen. Dabei stirbt eine Rangerin; die beiden britischen Reisenden und der angeschossene Fahrer werden gekidnappt, kommen Tage später wieder frei. Aufgrund der Sicherheitslage muss der Nationalpark für Besucher geschlossen werden. Zudem registriert die WHO seit Mai eine neue Ebolavirus-Epidemie im Kongo und berichtet in der Folge von schwierigsten Bedingungen bei der Bekämpfung des Virus – einschließlich sporadischer Angriffe auf medizinisches Personal durch bewaffnete Milizen. 2018 verlieren die Ranger neun Kollegen, die ihr Leben opferten, um den Park zu schützen. Die Zahl der im Dienst getöteten Wildhüter steigt auf 176. 

Das Projekt unterstützt 52 Witwen, 19 davon alleine in Rumangabo und 16 in Mutsora. Mit dem Vertrauen der Frauen in ihr handwerkliches Geschick, wächst auch ihre Produktivität: 2018 stellen die Witwen rund 20.000 Textilartikel verschiedenster Art her, doppelt so viele wie im Vorjahr, darunter Blusen, Stofftiere, Vorhänge, Taschen in Rumangabo, Patchwork-Decken in Mutsora.

 

Witwen-Zentrum, Virunga

Die Frauen im Witwen-Zentrum in Rumangabo haben nicht nur das Nähen gelernt, sondern auch das Erstellen und Übertragen von Schnittmustern

November 2017: Als die Geschäftsführerin, Eva Danulat, das Witwen-Zentrum im November besucht, herrscht im großen Nähsaal geschäftiges Treiben. Nähmaschinen rattern, die Atmosphäre ist gelöst, es wird viel gelacht, oft gesungen. Statt Schweißperlen und Anstrengung wie im Vorjahr zeigen die Frauen Freude an ihrem Können, Konzentration und beachtliche Routine. Einige von ihnen haben auch gelernt, Stoffe zuzuschneiden Schnittmuster zu kopieren oder gar selbst zu erstellen. Vor ihren Augen entstehen in Windeseile Taschen, Hemden und Stoff-Elefanten für den Verkauf an Touristen und externe Auftraggeber. Jede einzelne der 17 Witwen im Zentrum hat an Selbstbewusstsein und Stolz, an Stärke und Zuversicht gewonnen. Der Zusammenhalt der Gruppe gibt den Witwen zusätzlich Kraft. Julie Williams, die Tourismus-Chefin im Nationalpark, kümmert sich um Nähmuster und Aufträge, die Verteilung der Aufgaben und Qualitäts-kontrolle. Die Sozialarbeiterin Juliette Barhigenga begleitet geduldig und gut gelaunt den Alltag im Zentrum. Neu hinzugekommen ist das Trainingsprogramm zu Gesundheitsthemen. Hygiene, Mangelernährung – das interessiert alle. Gleich nebenan ist ein neues kleines Gebäude mit einer Küche und einem Werkraum für Lederarbeiten entstanden. Von einem Schuhmacher aus Goma lernen vier Witwen seit November die Herstellung von Sandalen und Gürteln. Im Norden des Parks sind jetzt weitere 18 Witwen im Projekt aktiv, die Zahl der Begünstigten hat sich so verdoppelt. Das Projekt wird Schritt für Schritt durch seinen wirtschaftlichen Erfolg zu einer nachhaltigen Stütze des Naturschutzes im Nationalpark.

Witwen-Zentrum, Virunga

Anfang 2017 sind die meisten der Frauen in der Lage, Kleidungsstücke zu nähen – wie diese farbenfrohe Bluse

Juni 2017: In den vorangegangenen neun Monaten ist viel passiert: Julie Williams hat die Koordinierung des Projekts übernommen. Unter Anleitung von Schneidermeister Théodore Kubuya haben alle Witwen – bis auf zwei – Routine im Nähen erlangt. Klar auch, dass der Umgang mit Nähmaschinen, das Zuschneiden von Stoffen und die präzisen Vorgaben für die Nähte nicht allen Auszubildenden gleichermaßen leichtfallen. Einige von ihnen produzieren daher Servietten, Seifenbeutel und Haarbänder, andere stellen Einkaufstaschen, Kissenbezüge und Blusen her. Die talentiertesten Frauen haben bereits so viel technisches Können und Routine erlangt, dass sie Hemden und Hosen fertigstellen und selbst Großbestellungen gelassen entgegensehen – darunter solche für 51 Schlafanzüge und 110 Vorhänge! Seit Mai leiten diese beiden Routiniers nun die übrigen Frauen im Zentrum an. Im selben Monat hat Juliette Barhigenga K’Ebirhu die organisatorische Assistenz in der Werkstatt übernommen; sie aktualisiert etwa die Produktionslisten, bestellt Materialien nach, zahlt die monatlichen Gehälter aus. Daneben übt Juliette jeden Tag eine halbe Stunde lang Lesen und Schreiben mit jenen Frauen, die es nie gelernt haben oder es schlicht vergessen haben. Die Gruppe ist zusammengewachsen. Beim gemeinsamen Frühstück und Mittagessen schöpfen die Frauen Energie für ihre achtstündigen Arbeitstage im Zentrum. „In der Werkstatt herrscht eine Atmosphäre von Freude und Glück. Sowohl für ihr privates als auch für ihr berufliches Leben haben die Witwen viel Selbstvertrauen dazugewonnen“, schreibt Julie Williams im Juli.

Andere Ranger-Witwen leben allerdings zu weit von Rumangabo entfernt, um täglich in das Zentrum kommen zu können. Neun der Frauen haben gelernt, Armbänder für den Verkauf an Touristen herzustellen. Und für jene Witwen, die im hohen Norden des Parks in der Umgebung von Mutsora ansässig sind, bereiten die Projektpartner derzeit ein eigenes Weiterbildungsprogramm vor.

September 2016: Als sie am Tag ihres Ausbildungsbeginns das schmucke Gebäude des Zentrums betreten, scheinen die Frauen ungläubig, Unsicherheit und Zweifel stehen ihnen ins Gesicht geschrieben. Erst im Verlauf des Tages werden die anwesenden 15 Witwen mit dem komfortablen Neubau vertrauter und beginnen zu begreifen, dass dieser Bau eigens für sie errichtet worden ist. Théodore Kubuya, ein erfahrener Schneidermeister und Ausbilder aus Goma, ist ihr erster Lehrer – acht Monate wird er die Frauen anleiten. Unterstützt wird er durch die gelernte Designerin Julie Williams aus Kenia, deren Hauptaufgabe die Leitung der Tourismusabteilung des Virunga-Nationalparks ist. Im Raum ist Hochspannung fühlbar. Die Körper der Frauen zittern vor Aufregung, Schweißperlen stehen ihnen auf der Stirn. Kaum eine von ihnen hat je etwas genäht – erst recht nicht mit einer Nähmaschine. Die Anwesenheit von Julie ist ein Glücksfall. Auf Suaheli beruhigt sie die Frauen, geduldig erklärt sie immer wieder jeden einzelnen Arbeitsschritt, führt ihre Hände, bis schließlich die Scheu vor Maschinen, Stoff und all den Utensilien nachlässt. Die meisten üben zunächst auf der „Salala“, einer mechanischen Nähmaschine mit Fußpedalen; die rasende Schnelligkeit und die lauten Geräusche der elektrischen Maschinen erschrecken sie noch zu sehr. Am Ende des ersten Trainingstages, ein kleines Wunder: Jede der Witwen hat, mit mehr oder weniger Unterstützung von Julie und Théodore, einen bunten Stoffbeutel für ihre persönlichen Nähutensilien fertiggestellt. Trotz des anstrengenden achtstündigen Trainings hat es keine der Frauen eilig nach Hause zu kommen; erst lange nach Unterrichtsende machen sie sich gemeinsam auf den Heimweg.

Witwen-Zentrum, Virunga

Bereits am ersten Ausbildungstag stellt jede der Frauen im Witwen-Zentrum einen Stoffbeutel für ihre Nähutensilien her

7. September 2016:  Feiertag – das Witwen-Zentrum wird offiziell eingeweiht! Unter den drei Dutzend vor dem Gebäude versammelten Menschen sind auch jene 18 Witwen, die hier als Erste ausgebildet werden sollen. In ihren Reden würdigen Vertreter der Nationalparkverwaltung und Gäste die Spender und Erbauer des Witwen-Zentrums und die wichtige Arbeit der Ranger. Gemeinsam mit der Frauenkoordinatorin durchschneidet Geschäftsführerin Eva Danulat im Anschluss das Einweihungsband vor dem Gebäude. Im Inneren des Gebäudes erwarten die Gäste leckere Speisen, Kuchen und Getränke. Doch bevor der stellvertretende Parkdirektor Innocent Mburanumwe im künftigen Fortbildungsraum das Buffet eröffnet, hält er eine bewegende Ansprache. In dieser erklärt er auch das Bild, das die Wände ziert. Das Wandgemälde zeigt einen Berggorilla und weitere Vertreter der Tierwelt des Nationalparks und über ihnen, ein Vulkan, der 154 grüne Sterne spuckt. Neben jedem der Sterne steht der Name eines im Dienst getöteten Rangers. Innocent kannte sie alle, jeden einzelnen. Das fertig gestellte Witwen-Zentrum sieht er an diesem Tag zum ersten Mal, kommentiert es mit den Worten „Es scheint mir, als seien Engel vom Himmel herabgestiegen, um es zu erschaffen!“

Witwen-Zentrum, Virunga

Bei der Einweihung erklärt Innocent Mburanumwe das Wandgemälde im künftigen Fortbildungsraum: Jeder der 154 grünen Sterne steht für einen im Dienst getöteten Ranger von Virunga

April-August 2016: Die Inbetriebnahme des Zentrums scheint zum Greifen nah, alle sind voller Vorfreude. Doch es kommt zu Verzögerungen beim Innenausbau und der technischen Ausstattung. Unter anderem hängen die in den Niederlanden bestellten, industriellen Nähmaschinen bis zu ihrer Zollbefreiung wochenlang an der Grenze zu Uganda fest. Ende August können endlich auch die Möblierung und Ausstattung des Witwen-Zentrums abgeschlossen werden.

September 2015-März 2016: Der Platz, an dem das künftige Nähwerkstatt- und Schulungsgebäude gebaut werden soll, steht fest. Der Architekt, der Bauingenieur sowie die Koordinatorin des “Witwen-Programms" Nadine Rwamakuba begehen erstmalig den Bauplatz auf dem Gelände des Hauptquartiers in Rumangabo, nahe bei dessen Eingang. Wichtige Planänderungen in letzter Minute: Die Räume werden etwas größer gebaut als ursprünglich geplant, damit das künftige Witwen-Zentrum genug Platz für den Raum für Weiterbildungsmaßnahmen, den Nähsaal mit technischer Ausrüstung, den Büro- und Lagerraum und die Toilette bieten wird.  Baubeginn ist im Oktober. Die Arbeiten schreiten, abgesehen von einer zweiwöchigen Pause um die Jahreswende, mit gutem Tempo voran. Wer hätte es gedacht?  Mitten in Afrika, in Ostkongo, wird das Werkstatt- und Schulungsgebäude bereits im März 2016 – nach nur siebenmonatiger Bauphase – fertiggestellt.

Witwen-Zentrum, Virunga

März 2016: Schmuck und solide präsentiert sich das frisch eingedeckte und gestrichene Witwen-Zentrum

August 2015: Die Belgierin Evelyne Malfliet, Assistentin von Parkdirektor Emmanuel de Merode, übernimmt die Projektkoordinierung und treibt die Aktivitäten mit großem Engagement voran.

Witwen-Zentrum, Virunga

Baustand am 23. November 2015: Die künftige Eingangstreppe ist angelegt, nun werden die Außenmauern hochgezogen

Witwen-Zentrum, Virunga

Am 18. September 2015 begehen der zuständige Architekt, der Bauingenieur sowie die Witwen-Koordinatorin Nadine Rwamakuba gemeinsam das Baugelände in Rumangabo

Unsere Partner

Witwen-Zentrum, Virunga
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Hier der Link zum Projekt "Gorilla-Nationalpark Virunga in Not" und zu weiteren Informationen

​Nachruf - Reinhard Behrend

Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen Innocent Mburanumwe, ehemaliger Vize-Direktor des Nationalparks Virunga

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Letzte Aktualisierung: Juli 2020