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Gartenarbeit Ideen für den Herbstschnitt: So können Sie Tieren mit Pflanzenresten helfen

Stauden-Rückschnitt im Garten
Wertvolles Grün: In den abgeschnittenen Staudenstängeln steckt Nahrung für Insekten
© Valerii Honcharuk - Adobe Stock
Jedes Jahr im Spätherbst werden die verblühten Teile von Stauden und kahlem Gehölz zurückgeschnitten. Für Insekten sind die welken Reste aber willkommene Nahrungsquelle und Rückzugsort. Damit die abgeschnittenen Stängel nicht in der Biotonne landen, liefert die Deutsche Wildtier Stiftung einen Alternativvorschlag

Viele Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer bringen den heimischen Garten im Herbst radikal auf Vordermann: Verblühte Pflanzen werden zurückgeschnitten, das herabgefallene Laub in der Biotonne entsorgt, Totholz entfernt und der Boden noch einmal durchgeharkt.

Während der Anblick eines ordentlichen Gartens bei vielen Menschen ein Gefühl der Zufriedenheit auslöst, zeigt sich die Tierwelt darüber wenig begeistert. Denn für Vögel, Insekten und Wildtiere sind verblühte Pflanzen und Laubhaufen im Winter überlebenswichtig. Natur- und Tierschutzvereine rufen daher alljährlich dazu auf, die verblühten Stauden einfach bis zum Frühjahr stehen zu lassen und auch Laubhaufen im Garten über den Winter als Unterschlupf für Igel und Co. zu tolerieren.

Nun kann sich jedoch nicht jeder Gartenfreund dazu durchringen, seine gepflegte Grünfläche über den Winter verwildern zu lassen oder ständig auf verwelkte Pflanzen vor dem Haus zu blicken. Für genau diesen Fall hat die Deutsche Wildtier Stiftung eine Gestaltungsidee für den Garten geliefert. Diese erlaubt es, die Pflanzen zurückzuschneiden und trotzdem den Tieren das Überleben in der kalten Jahreszeit zu erleichtern.

Staudenstängel an sonnige Stellen stecken

"Wildtierfreunde können die Stängel der Pflanzen nach der Blühperiode mit der Gartenschere zuschneiden und einzeln senkrecht in die Erde stecken oder leicht schräg an sonnigen Stellen wie etwa an einem Zaun fixieren", sagt Manuel Pützstück, Artenschützer bei der Deutschen Wildtier Stiftung. So bleibt der Garten auch in den trüben Monaten ein wertvoller Lebensraum für viele Arten, die das kommende Jahr dann umso bunter machen.

Abgeschnittene, dicke Stängel von Brombeere, Holunder, Distel, Königskerze, Heckenrose, Kletten, Beifuß oder Karde bieten zudem bedrohten Wildbienen ein Winterquartier. Bestimmte Masken- und Mauerbienenarten legen im Inneren der Stängel ihre winzigen Bruthöhlen an. In Kugeldistel- oder Maggikraut-Stängeln richten sich neben Wildbienen auch Spinnen und Käfer ein.

Die Zweige von Eiche, Buche, Ahorn oder Walnussstrauch tragen nahrhafte Früchte. Bucheckern hat der Buchfink für sein Leben gern und Eichelhäher sammeln, wie der Name es verrät, mit Vorliebe fetthaltige Eicheln. Die Früchte des Bergahorns dienen Kleiber, Kernbeißer und Fichtenkreuzschnabel als überlebenswichtiger Herbst- und Winterschmaus. Wer diese Baumzweige nicht kappt und samt den Früchte wegschmeisst, sondern im Garten erhält, der tut so vielen Tierarten jetzt etwas Gutes.


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