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Biologie: Respekt vor Blendern


Plattgürtelechsen beeindrucken ihren Gegner mit prächtigen UV-Mustern auf der Kehlhaut

Ultraviolettes Licht ist für das menschliche Auge nicht sichtbar. Doch andere Lebewesen, darunter viele Insekten, Vögel und Reptilien, besitzen UV-empfindliche Sinneszellen. Dass UV-Signale auch im Kampf um die Revierhoheit eine Rolle spielen, haben Forscher beim Studium der Plattgürtelechse Platysaurus broadleyi herausgefunden. Deren Kehlhaut reflektiert UV-Licht in eindrucksvollen Mustern.

Jessica Stapley vom Smithsonian Tropical Research Institute und Martin Whiting von der Witwatersrand-Universität in Johannesburg fingen 62 Tiere in freier Wildbahn ein - sowohl Revierinhaber als auch so genannte "Streuner" ohne eigenes Terrain. Die Hälfte der Echsen wurde am Hals mit Sunblocker und Autowachs eingecremt, um die UV-Reflektion deutlich zu reduzieren. Anschließend beobachteten die Forscher mit Kameras 259 Auseinandersetzungen zwischen den Kontrahenten.

Generell nahmen Revierinhaber häufiger den Kampf auf und gingen daraus auch meist als Sieger hervor. Aus früheren Feldforschungen ist bekannt, dass ihre Hälse satter leuchten als die der Streuner: Das UV-Merkmal ist offenbar ein Erkennungszeichen für erprobte und erfolgreiche Kämpfer. Suchte hingegen ein mit Schutzcreme "maskiertes" Männchen Streit, dauerte der Kampf besonders lange und eskalierte häufig. Vermutlich gab der getäuschte Kontrahent nicht so schnell nach, weil ihm die Maskerade einen schwächeren Gegner signalisiert hatte, als es tatsächlich der Fall war. Die UV-Kennung hilft somit, unnötigen Streit zu vermeiden.

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