Europas Energie für die Welt

Könnte unser Kontinent die Erde mit grüner Energie versorgen? Wir haben das mal durchgerechnet ...
Europas Energie für die Welt

Für unsere Grafik haben wir fünf der stärksten regenerativen Kraftwerke Europas so vergrößert, dass ihre Stromproduktion rechnerisch dem Weltjahresverbrauch von 17 Millionen Gigawattstunden entspräche. Rund 200 000-mal mehr Strom als heute müsste dafür Europas größtes Photovoltaik-Kraftwerk erzeugen, der Solarpark Finowtower in Brandenburg. Vergrößerte man seine Fläche entsprechend, nähme er 580 000 km² ein - Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Tschechien und die Slowakei wären mit Solarpaneelen gepflastert. Was noch bescheiden wirkt neben der Fläche, die nötig wäre, um denselben Energiehunger mit Biogas aus Mais zu stillen: Müsste der mecklenburg-vorpommerische Bioenergiepark Klarsee die ganze Welt mit Strom versorgen, umgäbe ihn eine 10,5 Millionen km² große Maisplantage, unter der Europa ganz verschwände.

Das raumsparendste „Welt“-Kraftwerk benötigt dagegen nur knapp ein Achtzigstel dieser Fläche: Der Windpark Fântânele-Cogealac, der gerade in Rumänien entsteht, müsste dort etwa das halbe Land bedecken. Zurzeit stammen 20 Prozent des global produzierten Stroms aus regenerativen Quellen. Die Internationale Energie-Agentur rechnet damit, dass dieser Anteil bis 2035 auf ein Drittel steigen wird. In Europa wird vor allem die Windkraft ausgebaut: So will Großbritannien bis 2020 den Doggerbank-Windpark in der Nordsee errichten, der die Leistung der bislang größten Offshore-Anlage in der Irischen See um das 25-Fache übertreffen wird. In Schweden entsteht der 450 km² messende Windpark Markbygden, siebenmal stärker als Fântânele.

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