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Europas Energie für die Welt


Könnte unser Kontinent die Erde mit grüner Energie versorgen? Wir haben das mal durchgerechnet ...
Europas Energie für die Welt
© illuteam43

Für unsere Grafik haben wir fünf der stärksten regenerativen Kraftwerke Europas so vergrößert, dass ihre Stromproduktion rechnerisch dem Weltjahresverbrauch von 17 Millionen Gigawattstunden entspräche. Rund 200 000-mal mehr Strom als heute müsste dafür Europas größtes Photovoltaik-Kraftwerk erzeugen, der Solarpark Finowtower in Brandenburg. Vergrößerte man seine Fläche entsprechend, nähme er 580 000 km² ein - Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Tschechien und die Slowakei wären mit Solarpaneelen gepflastert. Was noch bescheiden wirkt neben der Fläche, die nötig wäre, um denselben Energiehunger mit Biogas aus Mais zu stillen: Müsste der mecklenburg-vorpommerische Bioenergiepark Klarsee die ganze Welt mit Strom versorgen, umgäbe ihn eine 10,5 Millionen km² große Maisplantage, unter der Europa ganz verschwände.

Das raumsparendste „Welt“-Kraftwerk benötigt dagegen nur knapp ein Achtzigstel dieser Fläche: Der Windpark Fântânele-Cogealac, der gerade in Rumänien entsteht, müsste dort etwa das halbe Land bedecken. Zurzeit stammen 20 Prozent des global produzierten Stroms aus regenerativen Quellen. Die Internationale Energie-Agentur rechnet damit, dass dieser Anteil bis 2035 auf ein Drittel steigen wird. In Europa wird vor allem die Windkraft ausgebaut: So will Großbritannien bis 2020 den Doggerbank-Windpark in der Nordsee errichten, der die Leistung der bislang größten Offshore-Anlage in der Irischen See um das 25-Fache übertreffen wird. In Schweden entsteht der 450 km² messende Windpark Markbygden, siebenmal stärker als Fântânele.

GEO Nr. 01/12 - Was ist der Mensch?

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