Umwelttechnik Das goldene Blatt

Von wegen Abfall: Mit winterlichen Laubbeständen kann man Energie gewinnen - und reichlich Geld sparen

Blätter verbrennen und dabei Wärme oder Strom erzeugen? Das lohnt sich nicht, so die herrschende Meinung. Doch Tobias Peselmann ließ sich davon nicht beirren: Im Auftrag der Stadt Ibbenbüren hat der Ingenieur ein Verfahren entwickelt, das zum Kassenschlager für Kommunen werden könnte. Mit den Anlagen der Firma Riela in Riesenbeck, spezialisiert auf das Pressen von Pellets, lässt sich auch das im Herbst und Winter angefallene Laub brikettieren.

Die Ausbeute ist beträchtlich: Jedes Kilogramm der kaffeefarbenen Briketts ergibt fünf Kilowattstunden Energie; das gesamte Laub der Stadt Ibbenbüren, etwa 500 Tonnen von 28.000 Stadtbäumen, so verwendet, würde 2500 Megawattstunden abwerfen und über 800 Haushalte ein Jahr mit Strom versorgen können.

Nur ein Zehntel der Energie fließt in die Herstellung der Briketts. Den Kommunalmanager Werner Dirkes freut dies doppelt: Bislang kostet die Laubentsorgung die Stadt im Jahr 40.000 Euro, und dies ohne jeden Nutzen. Mit der neuen Methode bringt das "Blattgold", wie er es nennt, bares Geld.

Im Zuge eines Tests hat er Bürger aufgerufen, Laub zu sammeln und für den guten Zweck zu "spenden". An einem trüben Dezembertag war es so weit: Anlieger baumbestandener Straßen standen Schlange und erlebten gleich den gelungenen Einstand mit. Übrigens: Selbst die Asche lässt sich weiterverwenden. Sie enthält reichlich Kalium, Kalzium und Magnesium, aber wenig Schadstoffe. Sie eignet sich daher gut als Dünger.

Das goldene Blatt

Das Geld wächst auf den Bäumen - Laub liefert Heizenergie