Interview Fremde Energie

Jason Wright, Assistant Professor für Astronomie und Astrophysik, versucht außerirdische Zivilisationen zu entdecken – indem er den Weltraum nach gigantischen Kraftwerken absucht
Fremde Energie

Wenn Jason Wright Recht behält versteckt sich um Weltall viel außerirdisches Leben

GEO: Dr. Wright, wie erkennt man ein Alien-Kraftwerk?

Jason Wright: An seiner Abwärme. Wann immer an einem Ort Energie umgesetzt wird, entsteht Wärme, und diese Wärme entweicht als infrarote Strahlung. Gleichgültig auf welche Art Außerirdische Energie gewinnen, welche Kraftwerke sie bauen: Sie werden infrarote Strahlung abgeben. Wir suchen also nach Sternen oder Galaxien, die ungewöhnlich viel Infrarotstrahlung abgeben.

Hat denn schon jemand Verdachtsfälle entdeckt?

Einige Sterne und Galaxien sind bereits in den 1980er Jahren aufgefallen, weil sie außergewöhnliche Mengen an infraroter Strahlung abgeben. Inzwischen haben Astronomen aber alle diese Fälle aufklären können, sie haben nichts mit Außerirdischen zu tun. Zum Beispiel gibt es Sterne, die aus anderen Gründen stark infrarot strahlen – etwa weil sie noch sehr jung sind. Für unsere Suche können wir nun bessere Messdaten verwenden.

Andere versuchen ja, den Funkverkehr abzuhören ...

Wir müssen nicht erraten, wie außerirdische Zivilisationen wohl miteinander kommunizieren. Dafür können wir darauf wetten, dass sie riesige Energiemengen umsetzen. In der Größenordnung ganzer Sterne!