Geisternetze Beeindruckende Aufnahmen, die Erschreckendes zeigen

Fast die Hälfte des Meeresplastiks besteht inzwischen aus herrenlosen Fischernetzen, die für viele Tiere zur Todesfalle werden. Wie groß das Problem und wie schwer die Bergung ist, zeigt dieses Video aus Griechenland eindrücklich

Von Badegästen unbemerkt, liegen auf dem Meeresgrund der weltweiten Küstengebiete Abertausende herrenlose Fischernetze. Andere treiben auf offener See - fernab der Zivilisation. Geisternetze sind für 30 bis 50 Prozent des Meeresplastiks verantwortlich. So geht beispielsweise die Welternährungsorganisation FAO allein für europäische Gewässer von 25.000 verloren gegangenen Netzen mit einer Gesamtlänge von 1.250 Kilometern aus. Sie werden, bis sie sich natürlich zersetzt haben - und das kann je nach Material bis zu 600 Jahre dauern - sowohl für Wasservögel als auch für Schildkröten oder Meeressäuger wie Delfine und Wale zur Todesfalle. Warum und wie die herrenlosen Fischernetze in die Meere gelangen, hat verschiedene Ursachen: durch Bootsunfälle oder Stürme, aber auch durch menschliches Zutun. Besonders in südlichen Ländern werden unbrauchbare Fischernetze nach wie vor im Meer entsorgt. Aber auch bei der illegalen Fischerei ist dies der Fall. Wenn Fischer die Gefahr sehen, erwischt zu werden, lassen sie ihre Netze im Wasser zurück.

Bergung der Geisternetze ist Schwerstarbeit

Aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts stellt die Bergung dieser Geisternetze zudem eine Herausforderung dar. Angenommen hat diese nun ein Team der griechischen Organisation AegeanRebreath. Zwischen der Insel Salamis und der Hauptstadt Athen bargen sie in zwei Touren insgesamt drei Tonnen herrenloser Netze aus dem Saronischen Golf. Selbst für die erfahrenen Taucher der beteiligten Athener Tauschschule Nautilus war das Schwerstarbeit. Dennoch beschreiben sie die Aktion auf ihrer Webseite als einen idealen Tag unter Wasser. Die Bilder der Bergung sind faszinierend und erschreckend zugleich, da sie die Dimension der Geisternetze eindrucksvoll beweisen.

Die Geisternetze stellt AegeanRebreath dem Forschungsprojekt Blue Cycle zur Verfügung, dessen Mission es ist, die Inhaltsstoffe der handelsüblichen Fischernetze umweltfreundlicher zu gestalten sowie ein Austauschsystem für Fischer auf die Beine zu stellen, sodass die Motivation unbrauchbare Netze illegal im Meer zu entsorgen, schwindet.

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