Wilderei Hunderte Geier sterben durch vergiftete Elefantenkadaver

Über 500 - meist vom Aussterben bedrohte - Geier sind gestorben, nachdem sie sich von vergifteten Kadavern gewilderter Elefanten ernährt hatten. Für Wilderer stellen die Aasfresser eine Bedrohung dar
Geier auf einem toten Elefanten

Geier machen sich über einen Elefantenkadaver her (Symbolbild)

In Botswana sind in den vergangenen Tagen massenhaft Geier verendet. Die örtlichen Behörden gehen davon aus, dass die Tiere starben, weil sie das vergiftete Fleisch dreier gewilderter Elefanten gefressen hatten. 

Nahe der Elefantenkadaver seien 537 Geier sowie zwei Raubadler gefunden worden, heißt es in einer Mitteilung der Wildtierabteilung der botswanischen Regierung. Unter den getöteten Aasfressern sollen sich allein 468 Weißrückengeier befinden, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten als „vom Aussterben bedroht“ geführt werden.

Da Geier spät geschlechtsreif werden und lange brüten, sei durch die Vergiftung Hunderter Tiere ein unfassbarer Schaden entstanden, sagte Kerri Wolter, Gründer der Naturschutzorganisation VulPro, gegenüber BBC.

Warum werden Elefanten-Kadaver mit Gift versehen?

Die Kadaver gewilderter Elefanten mit giftigen Chemikalien zu versehen, hat System. Wilderer wollen damit verhindern, dass in der Luft kreisende Geier Wildhüter auf ihre Fährte locken. Im vergangenen Jahr etwa waren in Mosambik knapp 90 Geier auf diese Weise vergiftet worden. 

In Botswana, das lange als sicherer Hafen für die Dickhäuter galt, hat die Wilderei von Elefanten stark zugenommen. Einer kürzlich veröffentlichten Studie zufolge wurden von 2017 bis 2018 mindestens 385 Elefanten gewildert. Dies sei zwar insgesamt weniger als in anderen Teilen Afrikas, aber für Botswana ein alarmierender Anstieg, so die Wissenschaftler.

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