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Wissenstest Tropenmedizin


In der Reihe GEOCampus stellen Experten verschiedenster Disziplinien Fragen aus ihrem Fachgebiet. Dieses Mal lädt Prof. Dr. Bernhard Fleischer, Vorstandsmitglied des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, zum Wissenstest In der Reihe GEOCampus stellen Experten verschiedenster Disziplinien Fragen aus ihrem Fachgebiet. Dieses Mal lädt Prof. Dr. Bernhard Fleischer, Vorstandsmitglied des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, zum Wissenstest. Fleischer leitet außerdem das Nationale Referenzzentrum für Tropische Infektionserreger, indem Ärzte und Reisende beraten und untersucht werden

Die Auflösung der Fragen finden Sie unten.

Frage 1 von 8
Welche Symptome können auf einebeginnende Malaria hindeuten? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Hohes Fieber

b) Durchfall

c) Gliederschmerzen

Frage 2 von 8
Welches dieser in den Tropen vorkommendenViren ist das tödlichste?

a) Ebola

b) Tollwut

c) Lassa

Frage 3 von 8
Wodurch ist die Gesundheit von Tropentouristenhauptsächlich bedroht?

a) Durch den Straßenverkehr

b) Malaria

c) Gelbfieber

Frage 4 von 8
Warum sollte man in einer Gegend, in der dieSchlafkrankheit verbreitet ist, keine Jeans tragen? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Tsetsefliegen lieben die blaue Farbe

b) Weil man in engen Jeans schwitzt - der Schweißlockt Insekten an

c) Der Stich der Tsetsefliege durchdringt den enganliegenden Stoff

Frage 5 von 8
Wie viel Prozent der Tropenreisenden handelnsich eine schwere Infektion ein?

a) 0,0001 Prozent

b) 0,1 Prozent

c) Das weiß man nicht

Frage 6 von 8
Wie viele Menschen sind weltweitmit Würmern infiziert?

a) 250 Millionen

b) 900 Millionen

c) 2,5 Milliarden

Frage 7 von 8
Die asiatische Tigermücke überträgt unter anderemden Erreger des Denguefiebers. Welche Städteliegen nachweislich im Verbreitungsgebiet? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Hongkong

b) Rio de Janeiro

c) Ravenna

d) Hannover

Frage 8 von 8
Meine Lieblingsfrage: Welche der unten aufgeführten Lebewesenerkranken an der Malaria? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Menschen, Affen, Vögel - wie zum BeispielWellensittiche

b) Reptilien, zum Beispiel auch Eidechsen

c) Malaria kommt nur beim Menschen vor

Achtung Auflösung!

Hier finde Sie die Antworten zur Überprüfung:

Frage 1 von 8
Welche Symptome können auf einebeginnende Malaria hindeuten? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Hohes Fieber ✔️

b) Durchfall ✔️

c) Gliederschmerzen ✔️

Neben dem Fieber kann eine Malaria mit vielen Symptomeneinhergehen und dadurch auch verkannt werden. Es giltder Grundsatz: Jedes Fieber nach Tropenaufenthalt muss alsMalaria angesehen werden, bis das Gegenteil bewiesen ist. DieDiagnose ist leicht zu stellen: Ein Tropfen Blut wird auf einemGläschen ausgestrichen und gefärbt (Giemsa-Färbung, 1904 imBernhard-Nocht-Institut entwickelt); im Mikroskop zeigt sichdann, ob in den roten Blutkörperchen Parasiten (Plasmodien)vorhanden sind. Die Malaria ist in der Frühphase leicht zu behandeln.Wenn allerdings die Behandlung versäumt wird, kann dieInfektion tödlich verlaufen, innerhalb weniger Tage.

Frage 2 von 8
Welches dieser in den Tropen vorkommendenViren ist das tödlichste?

a) Ebola ❌

b) Tollwut ✔️

c) Lassa ❌

Tollwut kommt inzwischen fast nur noch in den Tropenund Subtropen (etwa Marokko, Tunesien) vor, ist dort aber einernstes Problem. Wenn das Virus ins Gehirn gelangt ist undKrankheitssymptome ausgebrochen sind, ist keine Rettung mehrmöglich. Tropenreisenden abseits der üblichen touristischenSchwerpunkte ist daher eine Impfung zu empfehlen. Auch bereitsGeimpfte müssen unbedingt sofort nach einer möglichen Infektion(Hundebiss) eine Nachimpfung erhalten, denn nur so kannman das Eindringen des Virus ins Gehirn verhindern. Infektionenmit Ebola und Lassa sind bei Weitem nicht so tödlich wie Tollwut.

Frage 3 von 8
Wodurch ist die Gesundheit von Tropentouristenhauptsächlich bedroht?

a) Durch den Straßenverkehr ✔️

b) Malaria ❌

c) Gelbfieber ❌

Verkehrsunfälle sind Grund für ein Drittel der notfallmäßigenRücktransporte von Tropenreisenden. Unbedingt abzuratenist von Nachtfahrten. Gegen die Malaria kann man sich gut durchProphylaxe schützen, und gegen Gelbfieber gibt es eine wirkungsvolleImpfung.

Frage 4 von 8
Warum sollte man in einer Gegend, in der dieSchlafkrankheit verbreitet ist, keine Jeans tragen? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Tsetsefliegen lieben die blaue Farbe ✔️

b) Weil man in engen Jeans schwitzt - der Schweißlockt Insekten an ❌

c) Der Stich der Tsetsefliege durchdringt den enganliegenden Stoff ✔️

Die Erreger der Schlafkrankheit, die Trypanosomen, werdenvon blutsaugenden Tsetsefliegen übertragen, die besondersvon der Farbe Blau angezogen werden und auch durch Jeansstoffstechen können. Nach dem Eindringen ins Gehirn verursachendie Erreger neurologische Symptome wie Teilnahmslosigkeit undVerwirrtheit und später den Tod. Eine Behandlung muss nochim Anfangsstadium durchgeführt werden.

Frage 5 von 8
Wie viel Prozent der Tropenreisenden handelnsich eine schwere Infektion ein?

a) 0,0001 Prozent ❌

b) 0,1 Prozent ❌

c) Das weiß man nicht ✔️

Genaues weiß man nur über meldepflichtige Krankheiten:Im Jahr 2010 waren dies in Deutschland 617 Fälle von Malaria,595 Denguefälle, sechs Cholerafälle und kein Gelbfieber.

Frage 6 von 8
Wie viele Menschen sind weltweitmit Würmern infiziert?

a) 250 Millionen ❌

b) 900 Millionen ❌

c) 2,5 Milliarden ✔️

Mehr als ein Drittel der Menschheit trägt einen oder meistviele Würmer in sich. Aufnehmen kann man sie, ihre Eier oderLarven auf verschiedenste Weise - in rohem Fleisch, barfuß amStrand, aber im Gegensatz zu Bakterien eher selten auf Toiletten.Die Würmer unterdrücken das Immunsystem, sodass die Infektionerst nach vielen Jahren zur Krankheit führt – zum Beispiel zurBilharziose, die Leberzirrhose oder Blasenkrebs zur Folge hat. DieBilharziose-Larven leben in vielen Seen Afrikas - nicht baden!

Frage 7 von 8
Die asiatische Tigermücke überträgt unter anderemden Erreger des Denguefiebers. Welche Städteliegen nachweislich im Verbreitungsgebiet? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Hongkong ✔️

b) Rio de Janeiro ✔️

c) Ravenna ✔️

d) Hannover ❌

Stegomyia albopicta kann eine große Zahl von gefährlichenViren übertragen wie Dengue-, Chikungunya-, Gelbfieber undWest-Nil-Virus. Inzwischen sind die Mücken auch in Südeuropaheimisch und haben in Einzelfällen sogar die Alpenüberquert. In Norditalien kam es 2007 zu einem Ausbruch desafrikanischen Chikungunyafiebers, das von dieser Mückeübertragen wurde. Die wichtigste Bekämpfung erfolgt durch Entleeren aller Wasserbehälter, die als Eiablageorte dienen.Besonders beliebt sind Wasserreste in Altreifen, mit denen dieMücken aus Asien in alle Kontinente transportiert wurden.

Frage 8 von 8
Meine Lieblingsfrage: Welche der unten aufgeführten Lebewesenerkranken an der Malaria? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Menschen, Affen, Vögel - wie zum BeispielWellensittiche ✔️

b) Reptilien, zum Beispiel auch Eidechsen ✔️

c) Malaria kommt nur beim Menschen vor ❌

Plasmodien, Erreger der Malaria, kommen bei mehrerenTiergruppen vor, auch bei Nagetieren, Reptilien und Vögeln. DieMalaria des Wellensittichs wurde vor 100 Jahren im Bernhard-Nocht-Institut benutzt, um die ersten Medikamente zur Therapieder Malaria zu erproben. Es wird vermutet, dass die menschlicheMalaria vom Affen auf den Menschen übergegangen ist. DieMalaria tropica entwickelte sich zunächst im Gorilla.

GEO Nr. 08/12 - Mein Freund, mein Feind: Der Nachbar

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