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Wissenstest Der Wald


In dieser Folge von GEOCampus stellt Dr. rer. nat. Michael Lakatos seinen persönlichen Wissens-Check zum Thema Wald vor. Er studierte Biologie in Frankfurt/Main, forschte unter anderem im Urwald Südamerikas und lehrt an der Technischen Universität Kaiserslautern. Als Forschungsgruppenleiter errichtete er im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen einen Biosphärenturm zur mikrobiellen Kronenraum-Forschung

Die Auflösung der Fragen finden Sie unten.

Frage 1 von 8
Welches ist das älteste bekannte Lebewesen der Erde?

a) Eine Fichte in Dalarna, Schweden

b) Eine Zitterpappel in Utah, USA

c) Eine Kiefer in Kalifornien, USA

Frage 2 von 8
Welche Fläche würde, ausgebreitet, die Borke einer etwa 200-jährigen Eiche einnehmen?

a) 50 Quadratmeter

b) 150 Quadratmeter

c) 400 Quadratmeter

Frage 3 von 8
Der höchste Baum Europas misst ...

a) 63,3 Meter

b) 115,6 Meter

c) 99,6 Meter

Frage 4 von 8
Wie viel Wasser kann bei Regen vom Kronenbereich eines großen Laubbaumes aufgenommen werden?

a) 200 bis 400 Liter

b) 50 bis 100 Liter

c) Kein Tropfen; Wasser aufnehmen und speichernkann nur der Waldboden

Frage 5 von 8
Welches ist das größte Wald-Lebewesen der Erde?

a) Ein Baum

b) Ein Elefant

c) Ein Pilz

d) Ein Moos

Frage 6 von 8
Wie groß wäre die Fläche, wenn man alleBlätter der auf der Erde wachsenden Landpflanzennebeneinanderlegte?

a) Kleiner als die gesamte Wasserfläche der Erde

b) Größer als die gesamte Wasserfläche der Erde

c) Größer als die Erdoberfläche

Frage 7 von 8
Blattfresser beeinflussen erheblich die Vegetation in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Wer richtet den größten Schaden an?

a) Ein Brüllaffe

b) Eine Ameisenkolonie

c) Ein Faultier

Frage 8 von 8
Welcher Teil der Bäume stellt in einem mitteleuropäischen Mischwald die meiste Biomasse?

a) Die Blätter

b) Die Zweige

c) Die Stämme

d) Die Wurzeln

Achtung Auflösung!

Hier finde Sie die Antworten zur Überprüfung:

Frage 1 von 8
Welches ist das älteste bekannte Lebewesen der Erde?

a) Eine Fichte in Dalarna, Schweden ❌

b) Eine Zitterpappel in Utah, USA ✔️

c) Eine Kiefer in Kalifornien, USA ❌

Eine Zitterpappel in Utah, USAViele Pflanzen breiten sich klonal aus, durch Ablegermit identischem Erbgut, wodurch ein einziges Exemplar praktischunbegrenzt „weiterlebt“. Das Wurzelnetz der AmerikanischenZitterpappel „Pando“ (lat. für „Ich breite mich aus“) in Utah/USAexistiert bereits seit 80 000 Jahren und bildet heute ein Wäldchenmit rund 47 000 Stämmen. Mit etwa 6000 Tonnen ist dievielstämmige Pappel auch das schwerste Lebewesen der Erde. Derälteste Baum Europas ist die schwedische Fichte „Old Tjikko“ miteiner 9550 Jahre alten Wurzel. Betrachtet man jedoch Ablegernicht als Teil der Ursprungspflanze, ist die Kiefer „Methuselah“ inKalifornien mit mehr als 4840 Jahren der älteste Baum.

Frage 2 von 8
Welche Fläche würde, ausgebreitet, die Borke einer etwa 200-jährigen Eiche einnehmen?

a) 50 Quadratmeter ❌

b) 150 Quadratmeter ✔️

c) 400 Quadratmeter ❌

150 QuadratmeterDie Traubeneiche kann 800 bis 1000 Jahre alt werden. Siewird gut 35 Meter hoch und hat dann eine Borkenoberflächevon rund 150 Quadratmetern. Zählt man noch die 1000 Quadratmeter der Blätter hinzu, so entspricht die Gesamtoberfläche einer einzigen Eiche der Grundfläche der Berliner Reichstagskuppel.

Frage 3 von 8
Der höchste Baum Europas misst ...

a) 63,3 Meter ✔️

b) 115,6 Meter ❌

c) 99,6 Meter ❌

63,3 MeterDer höchste Baum Europas ist ein Nadelbaum in Freiburg,eine 63,3 Meter hohe Douglasie namens „Waldtraut vom Mühlenwald“.Weltweit werden jedoch andere Maße erreicht: Unter denLaubbäumen ist der tasmanische Eukalyptus-Riese „Centurion“mit 99,6 Meter der höchste. Den Weltrekord hält allerdingswieder ein Nadelbaum - der Küstenmammutbaum „Hyperion“im Redwood-Nationalpark in Kalifornien mit 115,6 Metern.

Frage 4 von 8
Wie viel Wasser kann bei Regen vom Kronenbereich eines großen Laubbaumes aufgenommen werden?

a) 200 bis 400 Liter ✔️

b) 50 bis 100 Liter ❌

c) Kein Tropfen; Wasser aufnehmen und speichernkann nur der Waldboden ❌

200 bis 400 LiterDer Laubbaum selbst versorgt sich über die Wurzeln. Aberin seiner Krone siedeln unzählige Mikroorganismen: Bakterienund Algen, außerdem Flechten, Pilze und Moose, die ebenfallsWasser zum Leben brauchen. Zusammen bringen sie im Durchschnittacht, in Ausnahmefällen sogar bis zu 25 KilogrammTrockengewicht auf die Waage, können jedoch das 3- bis 25-Facheihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen. Dadurch werden beistarkem Regen zwischen 200 und 400 Liter Wasser pro Baumallein durch die Gastorganismen in der Krone gespeichert.

Frage 5 von 8
Welches ist das größte Wald-Lebewesen der Erde?

a) Ein Baum ❌

b) Ein Elefant ❌

c) Ein Pilz ✔️

d) Ein Moos ❌

Ein PilzBislang gilt ein Pilz der Art Dunkler Hallimasch im MalheurNational Forest in Oregon/USA als das größte Lebewesen der Erde:Er hat eine Ausdehnung von 965 Hektar. Moose vermehren sichüberwiegend nicht klonal, sondern durch Sporen. Elefantenwiederum sind nicht nur die größten Wald-, sondern auch diegrößten Landtiere der Erde.

Frage 6 von 8
Wie groß wäre die Fläche, wenn man alleBlätter der auf der Erde wachsenden Landpflanzennebeneinanderlegte?

a) Kleiner als die gesamte Wasserfläche der Erde ❌

b) Größer als die gesamte Wasserfläche der Erde ❌

c) Größer als die Erdoberfläche ✔️

Größer als die ErdoberflächeDie Blattoberfläche aller irdischen Landpflanzen zusammenwird auf 644 Millionen Quadratkilometer geschätzt. Sie übertrifftdamit nicht nur die Wasserfläche (361,1 Mio. km2), sondern auchdie gesamte Erdoberfläche (rund 510 Mio. km2). Eigentlich müsstedie Erde also nicht Blauer, sondern Grüner Planet genannt werden.

Frage 7 von 8
Blattfresser beeinflussen erheblich die Vegetation in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Wer richtet den größten Schaden an?

a) Ein Brüllaffe ❌

b) Eine Ameisenkolonie ✔️

c) Ein Faultier ❌

Eine AmeisenkolonieDer Mantelbrüllaffe ist eine Primatenart in Mittel- und Südamerikaund vertilgt ca. 88 Kilogramm Blätter pro Hektar undJahr. Wenig im Vergleich zum Dreifinger-Faultier: Obwohl dieStoffwechselrate dieser Tiere 40 bis 45 Prozent niedriger ist alsdie von Säugetieren vergleichbarer Größe, verputzt ein einzelnesFaultier rund 110 kg Blätter pro Hektar und Jahr. Beide Säugetierewerden jedoch von jeder mittleren Blattschneiderameisenkolonieübertroffen. Die erntet pro Hektar und Jahr 132,4 kg Blattmasse,um damit einen Pilz zu kultivieren, der ihr als Nahrung dient. DerVergleich ist übrigens zulässig: Eine Ameisenkolonie betrachtetdie Wissenschaft üblicherweise als einen einzigen Organismus.

Frage 8 von 8
Welcher Teil der Bäume stellt in einem mitteleuropäischen Mischwald die meiste Biomasse?

a) Die Blätter ❌

b) Die Zweige ❌

c) Die Stämme ✔️

d) Die Wurzeln ❌

Die StämmeZusammen bringen die Wälder dieser Erde rund anderthalbBillionen Tonnen auf die Waage, etwa 90 Prozent der pflanzlichenBiomasse an Land. In den europäischen Wäldern stellen Baumstämme mit 75 Prozent den Löwenanteil der Stoffmenge, darauf folgen die Wurzeln mit zwölf Prozent. Zehn Prozent der Biomasse liefern die Zweige - und nur 1,3 Prozent die Blätter der Holzpflanzen. Zum Vergleich: Oberirdische Tiere steuern weniger als0,1 Prozent zur Biomasse eines Waldes bei.

GEO Nr. 09/12 - Ich, Ich, Ich: Werden wir eine Gesellschaft der Selbstverliebten?

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