Energiegewinnung Strom aus dem Bio-Reaktor

Ein Leipziger Mikrobiologe will Bakterien für die Stromgewinnung einspannen
Strom aus dem Bio-Reaktor

Versuchsaufbau am UFZ: An den Gitterelektroden wachsen die grünlichen Cyanobakterien und erzeugen Wasserstoff

Die Erzeugung von Wasserstoff zur Stromproduktion in Brennstoffzellen ist derzeit noch mühsam und teuer. Der Mikrobiologe Andreas Schmid vom Umweltforschungszentrum (UFZ) in Leipzig möchte die Arbeit künftig delegieren: an Cyanobakterien, die unter Lichteinfluss per Fotosynthese Wassermoleküle in Sauerstoff und Wasserstoff aufspalten können. Sie benötigen die Energie, die dabei entsteht, zum Leben. Schmid will nun die Bakterien in Bioreaktoren züchten und den Wasserstoff extrahieren.

Im Labor wachsen sie an gitterförmigen Elektroden und erzeugen bereits genug Gas für eine Stromstärke von 50 Mikroampere - ausreichend für eine Digitaluhr, aber noch weit entfernt vom Bedarf eines mit Waschmaschine, Kühlschrank und Computer ausgestatteten Haushalts. Mit einem alltagstauglichen Prototyp, der sich wie eine Solarzelle aufs Dach montieren ließe, rechnet Schmid daher frühestens in zehn Jahren.

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