Umwelt Pollensterben

Nicht nur die Honigbiene, auch ihre wilde Verwandtschaft kämpft in der Agrarlandschaft ums Überleben
Pollensterben

Gehen Wildbienen die Pollen aus?

Rund 30 Prozent der Zuchtbienenvölker haben es wieder nicht über den Winter geschafft. Während daran wohl vor allem die vor 40 Jahren aus Asien eingeschleppte Varroamilbe schuld ist, liegt die Wurzel des Rückgangs der Wildbiene noch weiter zurück, ergab die Analyse von Pollenresten an den Füßen von Bienen aus niederländischen Museen. Alle Tiere waren vor dem Jahr 1950 gefangen worden - bevor die holländische Landwirtschaft intensiviert wurde, Nutzpflanzen monokulturell angebaut und viele Wildpflanzen ausgelöscht wurden. In der Hälfte aller Fälle ging die Entwicklung der Bienenbestände mit dem Verschwinden ihrer bevorzugten Wirtspflanzen einher.

An den Füßen der Distelhummel etwa fanden die Forscher fast ausschließlich Pollen von Glockenblumen und Sandglöckchen. Und während zwischen 1949 und 1999 rund 41 beziehungsweise 17 Prozent dieser Pflanzen von holländischen Wiesen verschwanden, nahm im selben Zeitraum auch die Zahl der Distelhummeln um 88 Prozent ab. Um den bedrohten Wildbienenarten zu helfen, müssten daher deren Lieblingspflanzen wieder angebaut werden, fordert Jeroen Scheper von der Universität Wageningen.

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