Höhle der Kristalle, Naica, Mexiko

Wo?
Die sogenannte Cueva de los Cristales (Höhle der Kristalle) ist der Teil der Mine von Naica. Die Kleinstadt liegt im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua.

Was steckt dahinter?
Bergleute stießen im April 2000 auf diese Kammer – und müssen nicht schlecht gestaunt haben. Vor ihnen tat sich eine Wunderwelt mit bis zu 14 Meter langen Gips-Kristallen auf, die bis heute als größte der Welt gelten. Die Erforschung der Höhle ist ein riskantes Unterfangen - herrschen hier doch Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 100 Prozent. Doch gerade die lebensfeindliche Hitze scheint das Wachstum der Riesenkristalle erst ermöglicht zu haben: Vor etwa 25 Millionen Jahren stieg eine gewaltige Magma-Masse aus dem Erdinneren bis auf rund 2000 Meter Tiefe empor – und presste heißes, mineralgesättigtes Thermalwasser in das erzhaltige Kalkgestein, das dadurch zu den heutigen Naica-Bergen aufgeworfen wurde. Vor vermutlich ein bis zwei Millionen Jahren entstanden dann durch Verschiebungen in der Erdkruste mehrere Hohlräume, darunter die Cueva de los Cristales. Wasser füllte die Höhlen und löste Kalziumund Sulfat-Ionen aus dem Erdreich. Diese verbanden sich, während die Temperatur langsam sank, in ihrem Wasserbad zu Selenitkristallen und anderen Gipsformationen. Erst vor etwa 20 Jahren endete der Prozess, als die Minengesellschaft den Grundwasserspiegel unter Naica mit Pumpen absenkte.

Aktuelle GEO-Magazine
<< zurück >> vor
nach oben