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Balkon und Garten Die häufigsten Fehler beim Überwintern von Pflanzen

Pinke Besenheide überwintert draußen im Blumentopf bei Schnee
Besenheide ist grundsätzlich winterhart. Frostige Temperaturen können Calluna vulgaris nichts anhaben
© ekim / Adobe Stock
Nicht nur in den Frühlings- und Sommermonaten benötigen Pflanzen die richtige Pflege, auch im Winter will das liebe Grün versorgt werden. Wir erklären, welche Dinge beim Überwintern von Pflanzen häufig schieflaufen und wie man diese Fehler vermeidet

Während der dunklen und kalten Jahreszeit herrscht für Pflanzen die Ruhephase. Ganz sich selbst überlassen sollte man viele Gewächse aber trotzdem nicht, sie benötigen im Winter besondere Aufmerksamkeit. Besonders empfindliche Pflanzen müssen an einen passenden Standort zum Überwintern gebracht werden, robustere Pflanzen benötigen eventuell einen Kälteschutz, um bei tiefen Temperaturen nicht zu erfrieren.

Welche Fallstricke im Winter lauern und wie Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner typische Fehler vermeiden, haben wir zusammengestellt.

1. Die Begriffe "winterhart" und "winterfest" verwechseln

Zugegeben, die Begriffe "winterhart" und "winterfest" klingen ausgesprochen ähnlich. Sie werden deshalb auch oft verwechselt. Wer jedoch die Pflanzen im eigenen Garten oder auf dem Balkon erfolgreich draußen überwintern lassen möchte, sollte den Unterschied kennen. Er ist für die Gewächse überlebenswichtig.

Pflanzen, die im Gartenmarkt als "winterfest" angepriesen werden, können in der kalten Jahreszeit nicht bedenkenlos im Freien sich selbst überlassen werden. Der Begriff besagt lediglich, dass eine Pflanze unter bestimmten Bedingungen den Winter draußen überstehen kann. Mögliche Voraussetzungen wären zum Beispiel, dass keine Feuchtigkeit in Verbindung mit Frost herrschen darf oder dass die Minusgrade nicht eine bestimmte Temperaturschwelle übertreten.

Oft benötigen winterfeste Pflanzen im Winter daher einen zusätzlichen Schutz, zum Beispiel Gartenvlies oder Schutzhauben. Ohne solche Hilfen überleben winterfeste Pflanzen die kalte Jahreszeit meist nicht.

Als "winterhart" gekennzeichnete Pflanzen wie Heidekraut oder Pfingstrosen sind weitaus robuster. Ihnen machen die kalten Wintermonate nicht viel aus, auch Schnee und Eis sind kein Problem. Meist grenzen Zusätze die Winterhärte noch genauer ein – denn wo genau eine Pflanze winterhart ist, hängt natürlich von ihrem Standort ab.

Allgemein wird weltweit zwischen 13 Winterhärte-Zonen, auch USDA-Klimazonen genannt, unterschieden, wobei Zone 1 den Bereich mit den tiefsten Temperaturen (durchschnittlich kälteste Jahrestemperatur minus 45,6 Grad Celsius) darstellt. Hierzulande sind natürlich nicht alle Zonen relevant, sodass die kältesten Regionen im Bereich der Winterhärte-Zone 6 anzusiedeln sind.

2. Die Pflanzen zu wenig gießen

Aus den Augen, aus dem Sinn: So manch einer vergisst die Pflänzchen in ihrem Winterquartier. Zwar benötigen die Gewächse im Winter weit weniger Wasser und Nährstoffe als im Sommer, doch ganz ohne kommen sie nicht aus. Daher sollten Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner auf das Gießen nicht gänzlich verzichten. Ansonsten trocknen die Pflanzen aus und sterben.

Topfpflanzen werden im besten Fall alle zwei Wochen gegossen. Dabei sollte auf die richtige Wassermenge geachtet werden – ist die Erde zu feucht, faulen nämlich die Wurzeln. Topf- und Kübelpflanzen, die draußen überwintern, sollten möglichst nur an frostfreien Tagen, dafür aber reichlich gegossen werden. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Blumenerde durchfriert.

Denn je mehr Wasser in der Blumenerde enthalten ist, desto weniger friert die Erde durch. Denn ist die Erde durchgefroren, können die Pflanzenwurzeln kein Wasser mehr aufnehmen, die Pflanze droht zu vertrocknen.

3. Untersetzer stehen lassen

Womit wir beim nächsten Fehler wären, der schnell passiert: die Untersetzer, die im Sommer das Gießwasser halten sollen, auch im Winter unter den Topfpflanzen draußen stehen lassen. Staut sich das Wasser nach einem Regenschauer in den Untersetzern, reagieren viele Topfpflanzen auf die Staunässe im Winter sehr empfindlich. Kommt dann Frost hinzu, ist das Fiasko perfekt.

Um Staunässe im Winter vorzubeugen, sollte Topflanzen daher aufgebockt werden, zum Beispiel mit kleinen Holzklötzen. So kann überschüssiges Wasser problemlos abfließen.

4. Zu warme und helle Orte zum Überwintern wählen

Wir Menschen verzehren uns in der dunklen Jahreszeit nach wärmenden Sonnenstrahlen, darum doch sicher auch unsere Topfpflanzen? Diese Schlussfolgerung ist für Topf- und Kübelpflanzen eher kontraproduktiv. Direktes Sonnenlicht stört die wichtige Winterruhe, im schlimmsten Fall treiben Pflanzen wie Geranien oder Fuchsien dadurch zu früh aus und die empfindlichen Triebe erfrieren in der Kälte. Besser eignet sich ein schattiger – aber nicht gänzlich dunkler – Standort, zum Beispiel die Nordseite der Hauswand.

Ebenso hinderlich für ein gesundes Überwintern der Pflanzen sind neben zu sonnigen auch zu warme Standorte. Übervorsichtige Pflanzenfreundinnen und Pflanzenfreunde holen Terrassen- und Balkonpflanzen während der Frostperioden ins Haus, aus Angst, die niedrigen Temperaturen könnten den Gewächsen etwas anhaben. Tatsächlich aber tun sie damit den Pflanzen nichts Gutes.

Denn um gut wachsen zu können, benötigen Pflanzen neben den Wachstums- auch Ruhephasen. Die Jahreszeiten mit ihren unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ermöglichen diesen natürlichen Wechsel. Greift man darin ein und holt die Pflanzen im Winter ins warme Wohnzimmer, verfallen die Pflanzen aufgrund der hohen Temperaturen nicht in die nötige Ruhephase.

Für die meisten frostempfindlichen Pflanzen sind Temperaturen zwischen 5 bis 10 Grad zum Überwintern ideal. Am besten eignen sich kleine Gewächshäuser oder Wintergärten, aber auch kühle Treppenhäuser oder eine helle Garage können gute Standorte zum Überwintern sein.


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