VG-Wort Pixel

Gartengeräte Sie töten Gartentiere und schaden dem Boden: Fünf Argumente gegen Laubbläser und -sauger

Nervensägen: Laubbläser erzeugen einen Schalldruck von über 100 Dezibel
Nervensägen: Laubbläser erzeugen einen Schalldruck von über 100 Dezibel
© Smileus / Adobe Stock
Die motorbetriebenen Gartengeräte werden immer beliebter. Dabei nerven sie nicht nur lärm- und geruchsempfindliche Menschen. Sie schädigen auch die Garten- und Parknatur

Inhaltsverzeichnis

1. Laubbläser sind Nervensägen

Gerade in Städten mit viel Verkehr und Baustellen sind Laubbläser und -sauger das I-Tüpfelchen in der ohnehin nervigen städtischen Geräuschkulisse. Sie erzeugen im Betrieb einen Krach von bis zu 120 Dezibel, das ist so laut wie ein Presslufthammer oder eine Kettensäger. Gesetzliche Grenzwerte gibt es beim Lärm der motorgetriebenen Laubgeräte nicht. Mit einer EU-Verordnung zum Thema ist nicht vor 2025 zu rechnen. Immerhin: Schon heute regelt die Immissionsschutzverordnung, wann die Heuler in Wohngebieten eingesetzt werden dürfen: nämlich nur wochentags zwischen 9 und 13 Uhr und zwischen 15 und 17 Uhr. An Sonn- und Feiertagen sind Laubsauger und -bläser tabu.

2. Laubbläser pusten wichtige Kleinstlebewesen weg

Die oberen Bodenschichten sind ein Eldorado für Kleinstlebewesen: darunter Asseln und Springschwänze, Tausendfüßler, Regenwürmer und Insektenlarven. Die kleinen Krabbler ernähren sich von dem, was an organischem Material auf dem Boden liegen bleibt – und sind selbst die Nahrungsgrundlage für größere Tiere wie Spinnen, Frösche, Molche oder Igel.

Wird das Herbstlaub aber mit Hochdruck weggepustet oder -gesaugt, fehlen die Nährstoffe nicht nur den Pflanzen, sondern auch den kleinsten Bodenbewohnern. Der Nabu Hamburg spricht auch von einer "ökologisch fragwürdige Gartengründlichkeit". Und rät zum tier- und pflanzenschonenden Besen oder Laubrechen.

3. Laubsauger mit Häckselfunktion töten auch größere Gartenbewohner

Besonders schädlich für die Bodenfauna sind Laubsauger. Sie verschlucken nicht nur Tiere bis zu einer Größe von Fröschen oder Molchen. In Geräten mit einem integrierten Häcksler werden die aufgesaugten Lebewesen auch noch gleich zerstückelt. Selbst kleinen Säugetieren ohne ein ausgeprägtes Fluchtverhalten, wie etwa jungen Igeln, können sie zum Verhängnis werden. Darauf weist das Umweltbundesamt hin.

4. Laubsauger und -bläser verpesten die Luft

Neben dem Lärm, den das motorisierte Gartengerät verursacht, leidet auch die Luftqualität. Zum einen bringen die Abgase von benzingetriebenen Geräten gesundheitsschädliche Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid mit sich. Zum anderen wirbeln Laubbläser nicht nur Blätter auf – sondern auch Kot, Pilzsporen und Staub. Forscher der Technischen Universität Graz haben schon 2013 herausgefunden, dass Laubbläser im Einsatz bis zu zehnmal mehr Feinstaub aufwirbeln als herkömmliche Besen.

5. Der Boden verliert seine Schutzschicht

Gerade im Winter braucht die oberste Bodenschicht organisches Material, das sie vor Austrocknung, Erosion und Frost schützt. Blätter zum Beispiel. Die schützen nicht nur den Boden – sie zerfallen im Lauf des Jahres auch zu Humus und dienen den Pflanzen dann als Dünger. Lassen Sie also organisches Material, wo immer es das gärtnerische Auge zulässt, liegen.

Übrigens: Wenn sie abgefallenes Laub und Pflanzenreste partout nicht im Garten belassen wollen, sollten Sie es nicht verbrennen. Denn dabei entstehen gesundheitsschädliche Gase. Führen Sie es lieber über den Kompost, die Biotonne oder die Grünabfallsammlung dem Nährstoffkreislauf zu.


Mehr zum Thema