Nachhaltiger Einkaufswagen Fragen, die wir uns ständig im Supermarkt stellen - und die Antworten darauf

Kommt Biofleisch tatsächlich von glücklichen Tieren, sollte ich Bio-Produkte überhaupt im Discounter kaufen und was bedeuten eigentlich die ganzen Siegel? Wir klären über Fragen wie diese auf
Supermarkt

Das Angebot im Supermarkt ist riesig. Doch was sollten wir kaufen - und von was lieber die Finger lassen?

Ist Bio stets besser?

Bio schmeckt nicht automatisch besser und verheißt nicht per se eine bessere Ernährung (auch Bio-Cornflakes sind technisch bearbeitete Maisprodukte, die ihre Nährstoffe bei der industriellen Herstellung größtenteils verloren haben). Unbestreitbar: Biologisch erzeugte Lebensmittel bedeuten weniger Gift auf den Feldern und im Essen, weniger Energieverbrauch; mehr Artenvielfalt.

Darf ich Bio beim Discounter kaufen?

Kritiker fürchten, dass die Discounter auch hier ihre Marktmacht nutzen könnten, um Erzeugerpreise und Standards zu drücken. Es bleibt aber die grundsätzliche Erkenntnis: Gut, wenn Bio heraus aus der (teuren) Nische kommt – je mehr Bio-Käufer, desto besser. Jeder Hektar ohne Pestizide ist ein Gewinn.

Was bedeuten die Siegel?

Wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin, der Begriff ist für Lebensmittel geschützt (nicht aber etwa für Kosmetika). Anders die Bezeichnungen „natürlich“ oder „integrierter Anbau“; die sind, im schlechtesten Fall, nur Worte. Das grüne EU-Biosiegel oder das sechseckige deutsche Biosiegel definieren eher Mindeststandards – für Kritiker „Bio light“. Höhere Ansprüche formulieren die Anbau­verbände: Naturland und Bioland etwa und, am striktesten, Demeter.

Ist vegetarisch das Gebot der Stunde?

60 Kilogramm Fleisch verzehrt jeder Deutsche pro Jahr – schlecht für uns und den Planeten. Die Erzeugung pflanz­licher Lebensmittel verbraucht weniger Ressourcen und verursacht weniger Treibhausgase. Doch selbst wer sich nur überwiegend vegetarisch ernährt und noch bei einem Drittel der Gerichte Tierisches auf dem Teller zulässt, reduziert seine Treibhausgasemissionen (bezogen auf Ernährung) um mehr als die Hälfte.

Foto: rh2010/Fotolia
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Sollte ich zu „Superfood“ greifen?

Goji, Acai, Chia, Quinoa sind überteuerte Modeprodukte mit schlechter Klimabilanz und bisweilen fragwürdigen Inhaltsstoffen. Die braucht – hierzulande – kein Mensch. Wir haben Superfood vor der Haustür: Heidelbeeren, Brombeeren, Schwarze Johannisbeeren, Sauerkirschen statt Acai; Leinsamen und Walnüsse statt Chia, Spinat statt Moringa. Könige des heimischen Superfoods: Rot-, Weiß-, Grün- und Rosenkohl.

Ist Biofleisch okay?

Bio, sagen Kritiker, ist bei der Tierhaltung in erster Linie auf das Futter bezogen. Die EU-Öko-Verordnung verlangt (etwas) mehr Platz im Stall und Auslauf; eine Verpflichtung, die Tiere auf die Weide zu lassen, enhält sie aber nicht (die Anbauverbände sind auch hier strenger). Kaufen Sie möglichst Fleisch aus Weideschlachtung – die erspart dem Tier Qualen auf dem Transport und im Schlachthaus.

Gegen Lebensmittelverschwendung

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