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Statt Konsum Sinnvoll schenken zum Fest

Weihnachtsgeschenke
© Bogdan Sonjachnyj / shutterstock
Dieses Jahr wird Weihnachten anders. Mit sinnvollen Geschenken für Umwelt, Natur und Tiere kann es sogar besser werden

Inhaltsverzeichnis

In diesem Pandemie-Jahr läuft alles etwas anders. Auch die Feiertage am Jahresende werden unter dem Zeichen von Kontaktbeschränkungen stehen. Vielleicht ein guter Zeitpunkt, um auch beim Schenken („Ich hab noch gar keine Geschenke!“) etwas anders zu machen. Und vielleicht sogar besser (Stichwort: Last-Minute-Verlegenheitsgeschenk).

Wir wissen längst, dass weniger und besser konsumieren ein Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit ist. Warum also nicht damit Ernst machen? Für noch Unentschlossene oder Ratlose haben wir hier ein paar Ideen.

Eines vorweg: Selbst Gemachtes stand immer hoch im Kurs, vor allem bei Eltern und Großeltern. Daran hat sich nichts geändert. Eine selbst gestaltete Karte mit etwas Gezeichnetem, einem selbstgemachten Foto, ein Brief mit ein paar persönlichen Gedanken und Wünschen - so etwas ist angesagter denn je. Zumal bei denen, die in diesem Jahr noch ein bisschen mehr allein sind als sonst.

Gemeinsame Zeit schenken

„Waldluft statt Parfüm“, „Pilze sammeln statt Pralinen“, „Basteln statt bestellen“ sind nur drei der Ideen, die zeit-statt-zeug.de anregt. Ob es nun eine Einladung zu einem gemeinsamen Waldspaziergang mit einer individualisierten E-Mail-Karte ist, ein Outdoor-Erlebnis oder gemeinsames Basteln: Zeit für gemeinsames Tun ist oft knapp – und unersetzlich. Und nachhaltiger als mancher Elektro-Nippes vom Versandhändler.

Für kleine Birdwatcher interessant: Schenken Sie Ihrer Nichte, Ihrem Neffen doch eine Stunde gemeinsames Vogelbeobachten vom Wohnzimmerfenster aus – zum Beispiel am Wochenende vom 8. bis zum 10. Januar. In dieser Zeit findet nämlich wieder die Stunde der Wintervögel statt.

Um noch ein paar Gartenbesucher extra anzulocken, können Sie zu Weihnachten auch schon mal selbst gemachte Meisenknödel oder anderes Winter-Vogelfutter verschenken. Und dazu vielleicht noch ein kleines Bestimmungsbuch?

Gebrauchtes schenken

Nicht nur zu Weihnachten, sondern immer eine gute Idee: Gebrauchtem neues Leben einhauchen. Zum Beispiel Möbelstücken oder Geschirrteilen vom Flohmarkt oder aus dem Secondhand-Kaufhaus. Solche Läden gibt es inzwischen in jeder größeren Stadt. In Hamburg zum Beispiel Stilbruch oder in Berlin das Sozialkaufhaus USE. Eine bundesweite Liste gibt es hier. Einfach mal durchstöbern und inspirieren lassen. Fakt ist: Dinge, die ein zweites Leben geschenkt bekommen, sparen Ressourcen. Muss ja nichts Großes sein.

Inspiration für Urlaub in der Region

Die Einschränkung des öffentlichen Lebens und Reisens hat die Deutschen in ein Volk der Outdoor-Aktiven verwandelt. In Corona-Zeiten klagen Naturpark-Ranger mancherorts schon über Wandererscharen, die Natur zertrampeln und Müll hinterlassen. Machen Sie es besser – und verschenken Sie Reiseführer und Karten zu unterschätzten, weniger bekannten Wanderregionen. Naturabenteuer gibt es fast überall gleich um die Ecke.

Kulinarik zum Fest

Wenn zum Fest mal etwas anderes auf den Tisch kommen soll als die obligatorische Gans oder der Karpfen: In der Buchreihe „Vegetarische Länderküche“ vereint der Brandstätter Verlag Reiselust, Exotik und nachhaltige, weil fleischfreie Kulinarik. Super Idee. Müsste man nur schon vor Weihnachten schenken, wenn am 24. schon ohne Tier geschlemmt werden soll.

Auch über den 24.12. hinaus sinnvoll: Retterboxen, in denen Abgelaufenes, aber noch wunderbar Genießbares drinsteckt.

Garten: Heute schon ans Frühjahr denken!

Das nächste Frühjahr kommt bestimmt. Und da viele schon im Jahr 2020 das (absolut Corona-konforme und dazu auch noch entspannende) Gärtnern für sich entdeckt haben, könnte Bio-Saatgut für Gemüse, Obst und Zierpflanzen eine gute Idee sein. Oder ein unverwüstliches Gartengerät, das keine Steckdose braucht, um irgendwas zu machen. Ein bisschen Lust auf Garten vermitteln auch die einpflanzbaren Grußkarten oder Kalender von Primoza.

Geschenkspende: Geld für gute Projekte

Nicht zuletzt: Fast alle großen Natur-, Umwelt- und Tierschutzorganisationen, darunter der NABU, der BUND oder der Deutsche Tierschutzbund, bieten Geschenkspenden an. Das funktioniert so: Wer etwas schenken möchte, spendet für einen bestimmten Zweck – und dem oder der Beschenkten wird darüber eine Urkunde ausgestellt. Auf jeden Fall gut angelegtes Geld. Auch wer per Geschenkspende etwas für den Klimaschutz tun will, hat zahlreiche Möglichkeiten. Unter anderem lassen sich per Spende CO2-Zertifikate stilllegen.

Oder wie wäre es, in diesem Jahr keinen Weihnachtsbaum zu kaufen, sondern Fruchtbäume für Brillenbären zu pflanzen? Den bedrohten Tieren (die einzigen Bären Lateinamerikas!) mangelt es in den Bergnebelwäldern Ecuadors an Fressen, immer häufiger greifen die bedrohten Tiere Vieh an. Der Verein „GEO schützt den Regenwald“ forstet daher Lücken im Regenwald auf und pflanzt dabei tausende Futterbäume für Brillenbären. Bei der Baumspende (1,60 pro Baum) lassen sich auch Beschenkte eintragen.

Geschenktrend Furoshiki

Die meisten Sachen, die wir verschenken, lassen sich übrigens kunstvoll fernöstlich einpacken, dazu ganz ohne Papier und Geschenkband: per Furoshiki. Eine Übersicht der gängigsten Falt- und Schlingtechniken finden Sie auf der Seite des japanischen Umweltministeriums. Die Tücher sollten aber jedes Jahr wiederverwendet werden. Sie ahnen schon, warum: wegen der Ökobilanz.


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