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Reiserekorde Most Travelled People: So funktioniert der Club der Meistgereisten

Reisender in Bhutan
Statussymbol für die »Most Traveled People« sind schwer zu erreichende Orte wie das abgeschottete Land Bhutan
© xavier gallego morell / shutterstock
Die »Most Traveled People« veranstalten eine Art Wettlauf um den Globus. Wer dazugehören will, muss bereit sein auch, die abgelegensten Orte zu bereisen

Geschlossene Grenzen, verschärfte Reisewarnungen, gestrichene Flugverbindungen: Die Corona-Pandemie hat den internationalen Reiseverkehr im Frühjahr zum Erliegen gebracht. Und auch für den Rest des Jahres muss mit großen Einschränkungen rechnen, wer ins Ausland will.

Das dürfte die Mitglieder des 2005 ins digitale Leben gerufenen Clubs der »Most Traveled People« (MTP) besonders hart treffen. Geht es doch den Hunderten Teilnehmern aus aller Welt vor allem darum, möglichst viele internationale Ziele aufzusuchen – was sie durch Beweisfotos, Passstempel, Kreditkartenabrechnungen oder Flugtickets belegen müssen.

Charles A. Veley ist Gründer der »Most Traveled People«

Ihr Antrieb: sich mit dem Titel »meistgereist« zu schmücken. Dabei geht es weder um lange Aufenthalte noch um den Besuch von »Allerweltsdestinationen« wie Las Vegas, sondern um geografisch maximal weit verteilte und auch zuweilen schwer erreichbare Orte auf dem Globus.

Zum Kreis der zum Gutteil von den Mitgliedern vorgeschlagenen 949 Ziele zählen etwa das abgeschottete Land Bhutan im Himalaya, die russische Insel Malyj Vysotskij in der Ostsee oder die menschenleeren Chesterfield-Inseln zwischen Australien und Neukaledo­nien. Hierher haben es bislang erst 15 Clubmitglieder geschafft, darunter auch der MTP-Gründer und CEO der für jedermann zugänglichen Non-­Profit-Vereinigung: Charles A. Veley.

Der US-amerikanische ehemalige IT-Millionär führt die Liste derzeit mit 888 besuchten Orten an. Wieder, muss man hinzufügen, denn zwischenzeitlich hatte ihn sein Landsmann Donald M. Parrish überholt. Dicht auf ihren Fersen wandelt der Schweizer Roman Brühwiler, der durch seinen 2006 erzielten Welt­rekord, innerhalb eines Jahres 194 Länder besucht zu haben, für Aufsehen sorgte. Zu den meistgereisten Deutschen zählen Heinz Stücke (801 Orte) sowie Sascha Grabow (798 Orte).

Wer ist der wahre meistgereiste Mensch?

Mit der Plattform Greatestglobetrotters.com hat der als Fotograf tätige Wolfsburger zudem eine Art Alternativliste etabliert, bei der 1461 – natürlich ganz andere – Orte »abzureisen« sind. In diesem Ranking wiederum führt der Spanier Jorge Sánchez mit 1276 »Punkten«. Ist er also der wahre »meistgereiste Mensch der Welt«? Oder doch eher Mike Spencer Bown, der 2017 über seine zwei Jahrzehnte dauernde Reise durch 195 Länder ein Buch veröffentlicht hat mit dem Titel »The World’s Most Travelled Man«?

Diese Frage wird sich wohl nie ob­jektiv beantworten lassen. Auch wenn man nach Corona hoffentlich wieder grenzenlos reisen kann.

Dieser Beitrag stammt aus "P.M. Fragen & Antworten 09/2020". Das Heft können Sie hier bestellen. Mehr spannende Fragen und Antworten lesen Sie auch auf www.pm-wissen.com.


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