Abwasch Handabwasch oder Geschirrspüler: Was ist ökologischer? Neue Studie bringt die Entscheidung

Immer wieder heißt es, der Geschirrspüler sei dem Handabwasch in puncto Sparsamkeit und Umwelt überlegen. Eine neue Studie aus den USA lässt daran zweifeln
Geschirr

Handabwasch oder Geschirrspüler - was ist nachhaltiger?

Es gibt wohl kaum eine Hausarbeit, die weniger beliebt ist als der Abwasch. Und kaum einen Haushalt, in dem nicht schon diskutiert wurde, was weniger arbeitsaufwändig und was umweltschonender ist. Dabei stützen sich Befürworter des Automaten gerne auf Foreneinträge und Ratgeber, die sich auf eine heute neun Jahre alte Studie der Uni Bonn beziehen.

Seither hat sich in den Nachhaltigkeitswissenschaften viel getan, und die Maschinen werden immer effizienter. Fällt das Ergebnis eines direkten Vergleichs heute also noch deutlicher zu Gunsten der Maschine aus? Eine aktuelle, groß angelegte US-Studie, veröffentlicht im Magazin Environmental Research Communications, zeigt jetzt: Das Gegenteil ist richtig.

Das Abwaschen mit der Hand erzeugt, auf einen Zeitraum von zehn Jahren hochgerechnet, insgesamt 1610 Kilogramm CO2-Äquivalente (das sind alle Klimagase, umgerechnet auf die Klimawirksamkeit von Kohlendioxid). Der größte Teil davon entfällt auf die Erhitzung des Wassers. Der Geschirrspüler schneidet dagegen mit 1960 Kilogramm deutlich schlechter ab.

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Einschränkend weisen die Autoren allerdings darauf hin, dass diese Zahlen jeweils für die Empfehlungen für einem möglichst umweltschonenden Handabwasch, beziehungsweise eine möglichst effiziente Benutzung des Automaten gelten.

In der Praxis gibt es nämlich – das hatte auch schon die ältere Untersuchung der Uni Bonn gezeigt – erhebliche Unterschiede. Besonders beim Handabwasch. So verhagelt etwa das Vorwaschen unter laufendem, heißen Wasser die Ökobilanz des Handabwaschs erheblich.

Der Handabwasch hat das größte Einsparpotenzial

Das summiert sich, alle Energie- und Materialaufwände eingerechnet, auf 5620 Kilogramm CO2e in zehn Jahren. Auf den Geschirrspüler entfallen bei der Betrachtung des normalen (also tatsächlichen) Gebrauchs dagegen nur 2090 Kilogramm. Auch beim Wasserverbrauch hat der Automat (die üblichen Abwasch-Strategien vorausgesetzt) klar die Nase vorn. Mit fast 62.000 Litern kommt der Geschirrspüler gegenüber der Handarbeit etwa mit der Hälfte aus.

Tipps für den effizienten Abwasch

  • Wer über zwei Spülbecken verfügt, sollte eines mit warmem Wasser befüllen (für den Abwaschgang), das andere mit kaltem (für den Spülgang). Und das Geschirr dann an der Luft trocknen lassen.
  • Maschinenbenutzer sollten darauf achten, dass das Gerät voll ausgelastet ist, auf eine Heißtrocknung und auf ein energieintensives Kurzprogramm verzichten.
  • Achten Sie in beiden Fällen auf die richtige, nicht zu hohe Dosierung von Spülmitteln.

Verglichen haben die Forscher auch die Kosten beider Abwasch-Verfahren: Der Geschirrspüler ist teurer. Allerdings nur, wenn man die eigene Arbeitszeit nicht einrechnet.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die Studien der Uni Bonn und der Uni Michigan zumindest finanziell nicht unabhängig waren. Die Bonner ließen sich ihre Arbeit von vier Haushaltsgeräte- und Spülmittelherstellern finanzieren, die US-Forscher nutzten das Labor eines großen Geräteherstellers – und ließen 43 Mitarbeiter des Unternehmens zur Spülbürste greifen oder Automaten beladen.