Klimawandel Die Welt verbraucht immer mehr Energie – das ist der verflixte Grund

Einem Bericht des Energiekonzerns BP zufolge stiegen der weltweite Energieverbrauch und die Emissionen wie seit Jahren nicht mehr. Der Grund dafür: Wetterextreme
Klimaanlage

Heißere Sommer trieben weltweit den Energieverbrauch von Kühlgeräten und Klimaanalagen in die Höhe, so der Bericht

Der weltweite Energieverbrauch ist im vergangenen Jahr so stark angestiegen wie seit 2010 nicht mehr. Das geht aus einem Bericht des Energiekonzerns BP hervor. Der Statistical Review of World Energy nennt auch den wichtigsten Treiber des Verbrauchs von Kohle, Öl, Gas oder erneuerbaren Energien: den Klimawandel.

Heißere Sommer trieben weltweit den Energieverbrauch von Kühlgeräten und Klimaanalagen in die Höhe, so der Bericht. Im Winter dagegen steigerten extrem kalte Tage den Energieaufwand für das Heizen. Beide zusammen, so die Experten, sei mit dafür verantwortlich, dass der Verbrauch von Primärenergie um 2,9 Prozent gegenüber Vorjahr zunahm – trotz schwächelnder Weltwirtschaft und anziehender Energiepreise.

Im selben Zeitraum stiegen die Emissionen um zwei Prozent: der stärkste Anstieg seit Jahren. Laut dem BP-Chefökonom Spencer Dale entspräche das einer Zunahme des PKW-Verkehrs um ein Drittel. Hauptverursacher dieses Anstiegs sind China, die USA und Indien, die zusammen für zwei Drittel des Mehrverbrauchs verantwortlich sind. In den USA sei der Verbrauch sogar um 3,5 Prozent gestiegen – der stärkste Anstieg seit drei Jahrzehnten.

Heizungen und Klimaanlagen treiben den Energieverbrauch

Der wetterbedingte Mehrverbrauch durch Kühlgeräte, Klimaanlagen und Heizungen sei vor allem in den USA, China und Russland zu beobachten, erklärt Spencer Dale. Rund ein Viertel des globalen Mehrverbrauchs könnten allein auf extreme Temperaturen in diesen drei Ländern zurückzuführen sein. Ein Teufelskreis, denn mehr Emissionen sind nicht nur die Folge von Wetterextremen. Sie könnten auch ihrerseits den Trend zu immer extremerem Wetter weiter befeuern.

BP-Chef Bob Dudler kommentiert: „Selbst wenn diese Wettereffekte kurzlebig sein sollten … kann es kaum Zweifel daran geben, dass die gegenwärtigen Steigerungsraten nicht mit den Klimazielen von Paris zusammenpassen.“ Und wird noch deutlicher: „Die Welt ist auf einem nicht nachhaltigen Pfad. Je länger die CO2-Emissionen ansteigen, desto schwerer und teurer wird das Ziel der Netto-Null-Emissionen.“

Gemeint ist damit ein Emissionsszenario, nach dem stark reduzierte, unumgängliche Emissionen zum Beispiel durch CO2-Abscheidung aus Abgasen oder Aufforstungen zu 100 Prozent ausgeglichen werden.