Studie So viel Mikroplastik nehmen wir jede Woche zu uns

Eine Überblicksstudie zeigt: Wir nehmen im Schnitt Mikroplastik im Gesamtgewicht einer Kreditkarte zu uns - jede Woche
Kreditkarte auf einem Teller

Fünf Gramm Mikroplastik - oder eine Kreditkarte: So viel nehmen wir laut einer Überblicksstudie jede Woche von den mikroskopischen Plastikpartikeln zu uns

Mikroplastik ist überall. Auch im Menschen. Und das nicht nur in Spuren. Eine Studie im Auftrag des WWF fand heraus, dass Menschen in aller Welt im Schnitt und pro Woche fünf Gramm aufnehmen. Das entspricht ungefähr einer geschredderten Kreditkarte.

Forscher der University of Newcastle, Australia kamen auf Durchschnittlich 2000 Plastikteile, die wir jede Woche aufnehmen – sei es aus der Luft, mit dem Essen oder dem Leitungswasser. Nachgewiesen wurde Mikroplastik, also weniger als fünf Millimeter große Kunststoffteile, auch schon in Honig, Mineralwasser, Muscheln und Fisch. Besonders "ergiebige" Mikroplastik-Quellen sind demnach Schalentiere, die neben Plankton auch mikroskopische Kunststoffteile aus dem Meerwasser filtern – und mitsamt ihrem Verdauungstrakt gegessen werden.

Die Forscher hatten insgesamt 51 internationale Studien ausgewertet, von denen sich 33 mit der Aufnahme von Mikroplastik über gewöhnlicher Lebensmittel und Getränke befasst hatten.

Es gebe allerdings große regionale Unterschiede, sagt Heike Vesper, Leiterin Meeresschutz des WWF Deutschland. So sei weltweit das Trinkwasser, aus der Leitung oder aus Kunststoffflaschen, die wichtigste Quelle für Mikroplastik im menschlichen Körper. Doch in den USA oder Indien seien doppelt so hohe Belastungen gemessen worden wie in Europa oder Indonesien.

Ein Durchschnittswert für Deutschland lasse sich aus der Studie nicht ableiten, so Vesper. „Wieviel Mikroplastik jemand aufnimmt ist abhängig vom Wohnort, den Lebensbedingungen und der Ernährungsweise.“

Ein Drittel der jährlichen Plastikproduktion gelangt in die Umwelt

Die Studie zeige, wie wichtig es sei zu verhindern, dass Plastik in die Umwelt gelangt, sagt Vesper. Nach Angaben des WWF wurde weltweit seit dem Jahr 2000 genau so viel Kunststoff produziert, wie in allen Jahren seit der Erfindung des Materials. Rund ein Drittel der jährlich produzierten Mengen, schätzt der WWF, gelangt in die Umwelt – und zersetzt sich dort im Lauf der Jahre zu Mikroplastik. Und die Produktion könnte laut einer aktuellen WWF-Report bis zum Jahr 2030 sogar noch um 40 Prozent steigen.

Die mikroskopischen Kunststoff-Partikel gelangen auf zwei Wegen in die Umwelt: Entweder sie stammen aus sich zersetzenden größeren Teilen, oder sie gelangen als Reifenabrieb oder mit Klärschlamm auf die Äcker und in Gewässer.

Die gesundheitlichen Folgen für den Menschen sind bislang kaum erforscht. Bekannt ist aber, dass Mikroplastik Meereslebewesen schadet – unter anderem, weil sich an seiner Oberfläche Giftstoffe aus dem Meerwasser ablagern.