Lust auf eigenes Gemüse? Fünf Ideen für das Gärtnern ohne eigenen Garten

Viele Menschen sehnen sich danach, in der Erde zu wühlen - und irgendwann ihr eigenes Gemüse zu ernten. Aber was tun, wenn man keinen Garten oder Balkon hat? Fünf Ideen
Mann arbeitet im Garten

Selbst Gemüse anbauen macht Spaß und ist gesund

In diesem Artikel
1. Der Klassiker: Schrebergarten mieten
2. Smarte Alternative: Gartenpate werden
3. Sympathisch durchgeknallt: Urban Gardening
4. Bodenständig: Ein Stück Acker mieten
5. Engagiert: Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)

1. Der Klassiker: Schrebergarten mieten

Eine Parzelle im Schrebergarten, beziehungsweise im Kleingartenverein: Was bis vor wenigen Jahren noch ein etwas muffiges Image hatte, ist heute ziemlich in. Zum Nachteil für Interessenten. In Berlin sollen auf den Wartelisten der fast 70.000 Kleingärten 12.000 Bewerber stehen. Die Wartezeit liegt bei drei bis vier Jahren. Ähnlich angespannt soll die Lage in München oder Hamburg sein. Doch wenn es einmal geklappt hat, liegt der Vorteil auf der Hand: In seiner Gartenparzelle ist jeder weitgehend sein eigener Herr; das Gartenhäuschen komplettiert das Idyll zum perfekten Rückzugsraum aus der lärmenden Stadt.

2. Smarte Alternative: Gartenpate werden

Ein ziemlich smarte Alternative zum eigenen Kleingarten ist eine Gartenpatenschaft: Manche Menschen haben nur eine Etagenwohnung ohne Balkon, aber Lust auf Gärtnern und eigenes Gemüse. Andere haben einen riesigen Garten – aber nicht genügend Zeit oder Kraft, um ihn zu pflegen und in Schuss zu halten. Beide bringt die Website GartenPaten.de zusammen. Wer möchte, kann hier kostenlos ein Gesuch oder ein Angebot schalten. Die Website wartet auch mit praktischen Gartengemüse-Tipps auf, zum Beispiel Pesto aus Radieschenblättern.

Uban gardening

Auch auf Dächern ist Platz für Pflanzen: Urban Gardening in Schweden

3. Sympathisch durchgeknallt: Urban Gardening

Im Zweiten Weltkrieg warben die Behörden im englischsprachigen Raum dafür, Gemüse auf jeder verfügbaren Fläche anzubauen. "Victory Gardens" nannte man das. Heute wirkt urbanes oder städtisches Gärtnern eher als cooler Zeitvertreib an Nachhaltigkeit interessierter Stadtbewohner. Doch das Gärtnern in der Stadt, ob auf städtischen Flächen, wie in Parks oder in eigens aufgestellten Hochbeeten, ist völlig zu Recht im Kommen. Denn urbanes Gärtnern leistet nicht nur einen Beitrag zur lokalen Versorgung mit gesundem Gemüse. Sondern verbessert auch das Mikroklima in der Stadt, fördert die Artenvielfalt, bringt Menschen aus der Nachbarschaft zusammen und macht sie mit nachhaltigen Lebensstilen bekannt. Projekte listet auf einer Karte die Website gruenanteil.net.

4. Bodenständig: Ein Stück Acker mieten

Seit einigen Jahren boomt – vor allem in den Randlagen von Ballungsräumen – eine ganz besondere Form der Landwirtschaft: Privatgärtner können sich von Bauern oder spezialisierten Unternehmen ein Stück Land mieten. Meist sind es schmale Streifen, die je nach Anbieter mit bestimmten Gemüse- und Zierpflanzen vorgesät werden. Der Rest ist Sache der eigenen Fantasie und Vorlieben. Vom Anbieter (zum Beispiel Ackerhelden oder Sonnenäcker) gibt es meist nicht nur den bestellten Boden, sondern auch Geräte, Tipps und Tricks rund um Acker und Anbau. Die Kosten für die Pacht mit der Einsparung für das frische Gemüse gegenzurechnen, dürfte nur in den wenigsten Fällen aufgehen. Denn als Pächter muss man zusätzlich jede Woche Zeit zum Gießen, Jäten etc. investieren. Aber das Draußen-Sein und die Gemeinschaft mit anderen Freizeit-Landwirten sind ja auch Werte an sich.

Kleiner Wermutstropfen: Im Herbst, nach der Ernte, wird der ganze Blütenzauber untergepflügt. Im nächsten Jahr fängt man, wenn man möchte, wieder bei null an.

5. Engagiert: Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)

Wer um der Ernte Willen gärtnern und die Landwirtschaft nachhaltiger machen möchte – der kann auch in ein SoLawi-Projekt einsteigen. Solidarische Landwirtschaft bedeutet: Die Mitglieder tragen die Kosten der Landwirtschaft gemeinsam – teilen sich aber auch den Ertrag. Die Ackerfrüchte können in Depots in der Stadt abgeholt werden, oder man beteiligt sich aktiv an Aussaat, Pflege und Ernte. Der Vorteil: Das Gemüse ist biologisch angebaut, regional und gesund – und man hat es vielleicht sogar selbst gesät und geerntet.

SoLawi finden: www.solidarische-landwirtschaft.org/solawis-finden/karte/#/