Engagement Mischen Sie sich ein

Nachhaltig konsumieren reicht Ihnen nicht? Dann mischen Sie sich ein! Engagement tut gut! Möglichkeiten verraten wir in unserem Tipp Nr. 7 unserer 19-teiligen Serie
Teilnehmer der Demo 'Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt'

Dezember 2018: In Köln demonstrieren Teilnehmer der Demo "Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt" für einen schnellen Kohleausstieg

Kennen Sie das Gefühl? Man kauft bio ein, shoppt Kleidung second hand, lässt öfter mal das Auto stehen, macht um Flughäfen einen großen Bogen, von Coffee to go ganz zu schweigen. Und trotzdem wird die Welt gefühlt nicht besser.

Es stimmt leider: Allein mit ein bisschen mehr privater Bescheidenheit, hin und wieder auch mal Verzicht und nachhaltigem Konsum werden wir die Wende zu einer nachhaltigen Gesellschaft nicht schaffen. Denn es gibt neben dem individuellen Lebensstil noch zwei weitere Stellschrauben: Wirtschaft und Politik.

Damit die verantwortlichen Politiker Interessen wahrnehmen und die Weichen in Richtung Nachthaltigkeit stellen, brauchen Sie Signale von der Basis. Und hier kommen Sie ins Spiel. Nicht als Konsument – sondern als Inhaber einer Meinung.

Greta Thunberg macht‘s vor

Wie Einmischen geht – das macht die gerade mal 16-jährige Greta Thunberg aus Schweden vor. Weil sie sieht, was auf dem Spiel steht – nämlich die Zukunft nachfolgender Generationen – lässt sie sogar den Schulunterricht sausen. Und nervt jeden Freitag Politiker, hält ziemlich unbequeme Reden auf Klima- und Wirtschaftskonferenzen. Zuletzt in Katowice und Davos.

Natürlich muss niemand seinen Job riskieren oder die komplette Freizeit drangeben, um für die Natur, für Tiere, die Umwelt, das Klima oder Generationengerechtigkeit einzutreten. Möglichkeiten, sich einzubringen und zu engagieren gibt es zuhauf.

Das Einfachste ist: Wählen gehen. Ob Landtags- oder Europawahl: Sehen Sie sich die Wahlprogramme der Parteien an und entscheiden Sie, welche der antretenden Parteien am dichtesten dran ist an Ihren Prioritäten. Und natürlich steht jedem frei, sich selbst in einer Partei ehrenamtlich zu engagieren – oder sogar mehr.

In jedem von uns steckt ein Aktivist

Um gehört zu werden, kann man einer Partei oder einer Organisation angehören. Muss es aber nicht. Für Gelegenheits-Aktivisten bieten sich zum Beispiel Demonstrationen an, zu denen die großen Umweltverbände, wie etwa Greenpeace, BUND, NABU, aber auch Campact aufrufen. Die Demo am Hambacher Forst im Herbst 2018 etwa, mit 50.000 Teilnehmern, war ein starkes Signal in Richtung Berlin – für den Erhalt des Waldes und für einen zügigen Kohleausstieg. Im Januar dieses Jahres gingen in Berlin schon zum siebten Mal Zehntausende Menschen für eine nachhaltigere und gerechtere Landwirtschaft auf die Straße.

Feiern und vernetzen

Neben dem bunten und lauten Signal in Richtung der Politiker haben solche Events noch einen anderen Nebeneffekt: Sie machen Mut – indem sie zeigen: Du bist mit deinem Anliegen nicht allein, und Veränderung ist möglich. Und ganz nebenbei lernt man auf einer Demo fast unausweichlich interessante Menschen und Initiativen kennen. Aus solchen Kontakten können sich weitere Möglichkeiten für eigenes Engagement ergeben – etwa die Mitarbeit in einem Stadtteil-Projekt oder einer Arbeitsgruppe eines Umweltverbandes.

Von Urban Gardening über Lärmschutz bis hin zu Aufräumarbeiten am Bach, Tierschutzverein und Info-Kampagnen in der Fußgängerzone: Jeder kann etwas, was Initiativen, Verbände und Vereine brauchen. Wer handwerklich geschickt ist, kann Fledermauskästen bauen, wer gerne schreibt, kann Info-Kampagnen texten, wer gerne fotografiert, kann die passenden Fotos dazu machen.

Initiativen und Vereine suchen ständig engagierte Freiwillige. Und es gibt mehr Möglichkeiten, sich in seinem Umfeld (auch politisch) zu engagieren, als Sie vermuten. Probieren Sie es aus. Finden Sie heraus, was Ihnen Spaß macht.

Foto: rh2010/Fotolia
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