Nachhaltige Geldanlagen Investieren Sie umweltschonend

Grüne Investmentfonds versprechen eine vergleichsweise hohe Rendite - bei überschaubarem Risiko. Wir verraten im Tipp Nr. 5 unserer 19-teiligen Serie, worauf Sie bei nachhaltigen Geldanlagen achten müssen
Nachhaltige Geldanlagen

Nachhaltige Geldanlagen: Für Laien ist es nicht ganz einfach zu durchschauen, wie grün Fondsprodukte sind

Mehrere Tausend Euro auf dem Girokonto – das macht nicht viel Sinn. Und Festgeldanlagen bei der Bank? Sind momentan keine verlockende Alternative. Denn dafür gibt es meist nur Zinsen, die kaum über dem aktuellen Inflationssatz liegen. Warum also nicht Aktionär werden?

Das Risiko, mit einer Aktie Schiffbruch zu erleiden, ist für den Laien allerdings schlecht kalkulierbar. Anders sieht es bei Aktienfonds aus, die mehrere börsennotierte Unternehmen im Portfolio haben. Denn die Vielfalt verringert das Anlagerisiko – und sorgt langfristig oft für eine Rendite, die weit über der von festverzinslichen Geldanlagen liegt.

Der Markt der "grünen" Fonds - also derjenigen Fonds, die im weitesten Sinne nachhaltig sind - ist dank der wachsenden Nachfrage inzwischen fast unüberschaubar. Eine ständig aktualisierte Übersicht über die wichtigsten – und ihre eigene Bewertung – stellt die Verbraucherzentrale Bremen bereit.

Best-in-Class oder Ausschlusskriterien?

Die Branche unterscheidet im Wesentlichen zwei Ansätze: den Best-in-Class-Ansatz und Ausschlusskriterien. Best-in-Class meint, dass auch Anteile von Unternehmen ins Portfolio wandern können, die wir nicht per se mit Umweltschutz in Verbindung bringen würden – Ölkonzerne etwa. Der Fondsmanager kann sie aber dann auswählen, wenn die Unternehmen „besser“, also umweltfreundlicher und transparenter wirtschaften als vergleichbare Unternehmen derselben Branche. So soll ein Anreiz für die ganze Branche gesetzt werden, unter ökologischen Gesichtspunkten besser zu werden. Ob dieser Ansatz plausibel ist, muss jeder Anleger für sich selbst entscheiden.

Klarer ist die Sache bei Ausschlusskriterien. Sie garantieren, dass bestimmte Branchen im Portfolio nicht zu finden sind. Etwa Unternehmen, die mit Rüstung, fossilen Energien oder Gentechnik Geschäfte machen. Aber auch hier lohnt sich ein Blick in das Kleingedruckte des Fondsprospekts. Und auch hier gilt: Wer Geld in solchen Fonds anlegen will, sollte sich vorher überlegen, welche Ausschlusskriterien ihm oder ihr besonders wichtig sind.

Ein Beispiel: Ein Fonds führt als Ausschlusskriterium "Tierversuche" an - und ist damit interessant für Anleger, die Tierversuchen kritisch gegenüberstehen. In der Erläuterung zu den Kriterien im Fondsprospekt findet sich dann allerdings die Ergänzung "vermeidbare". Soll heißen: Tierversuche sind nicht ini jedem Fall – sondern nur dann, wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben sind.

Wir grün sind Aktienfonds wirklich?

Für Laien ist es nicht ganz einfach zu durchschauen, wie grün Fondsprodukte sind. Oder anders gesagt: welche Wirkung sie auf dem Markt entfalten. Über den Daumen lässt sich aber festhalten: Nachhaltige Fonds sind klimafreundlicher. Das ergab eine Studie im Auftrag der Verbraucherzentralen Bremen, Hamburg, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Demnach sorgen herkömmliche Fonds pro 1000 Euro investiertem Geld 904 Kilogramm CO2 jährlich. Bei nachhaltigen Produkten dagegen sind es nur 163 Kilogramm.

Gute Informationen über nachhaltige Investments liefern etwa die Plattformen www.ecoreporter.de, www.nachhaltiges-investment.de oder auch die Fondsvergleiche der Stiftung Warentest.

In jedem Fall gilt: Safety first! Kaufen Sie nur Produkte, die Sie auch verstehen; investieren Sie nur Geld, auf das Sie mindestens zehn Jahre verzichten können (um das Risiko von Kursschwankungen zu minimieren) - und setzen Sie nie alles auf eine Karte.

Foto: rh2010/Fotolia
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