Tierschützer entsetzt China erlaubt Handel mit Tigerknochen und Nashornhorn

Rückschlag für den Artenschutz: China lockert das Verbot für Handel mit Nashorn- und Tigerteilen. Die Produkte sollen künftig wieder in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet werden dürften
Junger Tiger in einer Tigerfarm

Ein junger Tiger auf einer Tigerfarm: China will die Nutzung von Tigerknochen und Nashornhorn von in Gefangenschaft gezüchteter Tiere in Krankenhäusern erlauben

Der Staatsrat in Peking will den Handel mit Körperteilen bedrohter Tierarten legalisieren. Demnach soll zukünftig die Nutzung von Tigerknochen und Nashornhorn von in Gefangenschaft gezüchteter Tiere durch Krankenhäuser gestattet werden. 

Artenschützer befürchten Gefahr für Tiere in freier Wildbahn

Zwar beteuert die Regierung, der Handel solle streng reguliert werden. Dennoch befürchten Artenschützer, dass die Wiederaufnahme eines legalen Marktes auch Tiere in freier Wildbahn in große Gefahr bringe.

„Die Erfahrungen Chinas mit dem Handel mit Elfenbein haben deutlich gezeigt, wie schwierig es ist, parallel legale und illegale Märkte zu kontrollieren. Es steht zu befürchten, dass illegale Produkte gewaschen werden und so in den Handel fließen. Gleichzeitig müssen wir davon ausgehen, dass die Nachfrage angeheizt wird und so der Wildereidruck auf freilebende Tiere weiter steigt“, sagt Eberhard Brandes, Vorstand WWF Deutschland.

"Keinerlei Belege für Wirksamkeit von Tigerknochen oder Nashornhorn"

Seit 1993 war der Handel mit Tigerknochen und Nashornhorn als Reaktion auf die massive Wilderei verboten, die Produkte wurden aus dem Arzneibuch der traditionellen chinesischen Medizin gestrichen. „Es ist zutiefst beunruhigend, dass China sein 25 Jahre altes Verbot des Handels mit Tigerknochen und Nashornhorn aufgehoben hat“, so Brandes.

Bis heute gäbe es keinerlei wissenschaftliche Belege für die medizinische Wirksamkeit von Tigerknochen oder Nashornhorn. „Es handelt sich um einen Aberglauben, den die Politik nicht zum Maßstab ihres Handels machen sollte.“