Urban Gardening Monaco: Vom Steuer- zum Gemüseparadies

Der zweitkleinste Staat der Welt könnte einen Teil seiner Gemüseimporte fortan selbst produzieren. Die Idee einer jungen Schweizerin soll dabei helfen
Dachgarten Monaco

Ungenutze Flächen und Flachdächer sollen in Monaco nun vermehrt für den Gemüse- und Obstanbau genutzt werden

Monaco ist – nach der Vatikanstadt – der kleinste Staat der Erde. Auf zwei Quadratkilometern drängen sich hier mehr als 38.000 Menschen. Um die zu ernähren, ist der Staat fast ausschließlich auf Importe aus Frankreich angewiesen.

Das will die Schweizerin Jessica Sbaraglia nun ändern. Ginge es nach ihr, würde Monaco sein Obst und Gemüse selbst anbauen – alles in feinster Bio-Qualität, die auch anspruchsvolle Restaurant- und Hotelbesucher zufriedenstellt. Der Raum dafür ist zur Genüge vorhanden: Zahllose Flachdächer und ungenutzte Flächen bieten sich als Stellplätze für mobile Gärten an.

Im Frühjahr 2016 startete Sbaraglia mit einem ersten, 30 Quadratmeter großen Garten der Stiftung von Prinz Albert II. von Monaco. Mittlerweile bewirtschaftet sie mit ihrem Unternehmen Terre de Monaco 1400 Quadratmeter – und hat nach eigenen Angaben schon fast vier Tonnen Gemüse geerntet. Der Vorteil ihrer Produktion liegt nicht nur in der giftfreien Anbaumethode und den kurzen Lieferwegen. Denn die Beete sollen auch extreme Temperaturschwankungen auf den Dächern – und unter den Dächern – abmildern.  

Eigentümer von kleinen Flächen können sich die Holzcontainer (aus PEFC-zertifiziertem Holz) von ihrem Team aufstellen und auch bewirtschaften lassen. Bei Flächen größer als 100 Quadratmeter bietet sie an, das Gemüse auch gleich selbst zu vermarkten – unter dem Bio-Label Terre de Monaco. Die Eigentümer erhalten dann einen Mietzins in Geld oder in Form von Gemüse vom eigenen Dach ausgezahlt.

Und woher kommt der Dünger? Aus dem Ozeanographischen Museum. Dort leben Meeresschildkröten - deren Dung hat in etwa dieselben Qualitäten wie Schafdung.