1. Was im Gelben Sack landet – wird ohnehin verbrannt.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, das Müllsortieren für den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne würde eh keinen Sinn machen. Denn am Ende lande ohnehin alles in der Müllverbrennungsanlage. Das ist nicht (ganz) richtig. Zwar ist die Verwertung von Getränkekartons und Einweg-Plastikflaschen tatsächlich schwierig. Von den eingesammelten Verpackungsmaterialien werden tatsächlich mehr als 44 Prozent verbrannt. Doch fast die Hälfte der eingesammelten Verpackungsmaterialien wird wiederverwertet.

2. Kompostierbare Tüten aus Bio-Plastik sind gut für die Umwelt.

Es sah zunächst wie eine smarte Lösung für ein drängendes Problem aus. Einkaufstüten aus Bio-Plastik, die man sogar kompostieren kann, sollten die herkömmlichen Kunststoffe ersetzen, die bis zu 400 Jahre brauchen, um sich zu zersetzen. Doch bald stellte sich heraus: Das Zeug braucht einfach noch zu lange, um in Kompostieranlagen in wenigen Wochen zu Kompost zu werden – und wird deshalb aussortiert. Übrigens sind auch Papiertüten nicht in jedem Fall ökologischer als Plastiktüten. Es kommt darauf an, wie oft wir sie verwenden.

3. Altglas nach Farben zu sortieren bringt nichts. Es wird eh alles zusammengeschüttet.

Wahrscheinlich entstand dieses Gerücht, als jemand beobachtete, wie Altglascontainer entleert werden. Von außen ist nämlich schwer zu erkennen, dass die verschiedenen Container in verschiedene Abteilungen im Laderaum entleert werden. Die Recyclingquote liegt heute übrigens bei fast 90 Prozent, und grünes Glas besteht heute schon zu eben so viel Prozent aus Recycling-Glas. Ein weiterer Vorteil: Glas lässt sich beliebig oft einschmelzen – ohne Qualitätsverlust. Übrigens: Blaues Glas können Sie einfach in die Grünglas-Tonne werfen.

4. Getränkekartons werden problemlos recycelt.

Getränkekarton-Hersteller versuchen zwar gern, ihr Produkt als „umweltfreundlich“ zu verkaufen. Nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) trifft das aber nicht zu. Demnach werden nur wenig mehr als ein Drittel der Wertstoffe recycelt. Außerdem bemängelt die DUH, dass Getränkekartons in den vergangenen Jahren immer schwerer geworden seien – und immer mehr Kunststoffe enthalten.

5. CDs und DVDs gehören in die gelbe Tonne

Es stimmt zwar: CDs und DVDs bestehen aus dem wertvollem Kunststoff Polycarbonat. Und sie lassen sich auch gut recyceln. Aber in den Gelben Sack gehören sie trotzdem nicht. Für sie gibt es spezielle Rücknahmesysteme, z.B. Boxen in Computerfachgeschäften oder Recyclinghöfen. Wenn sie allerdings sensible Daten enthalten, sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit vorher die Oberfläche zerkratzen oder die Scheiben durchbrechen.