1. Bio-, Heu- oder Weidemilch?

Hier fällt die Antwort genau in dieser Reihenfolge aus: Biomilch ist die umweltfreundlichste, danach kommt die Heumilch - und zuletzt die Weidemilch. Grundsätzlich liegt bei Weidemilch der Schwerpunkt auf der Tierhaltung, während er bei Heumilch auf der Fütterung liegt.

Der Begriff „Weidemilch“ garantiert so gut wie gar nichts, da er lebensmittelrechtlich nicht geregelt ist. Die Kühe sollen während der Vegetationsperiode Weidegang haben - wieviele Tage, ist allerdings nicht festgelegt. Auch ist unklar, woraus das Zusatz-Futter besteht und wie die Tiere gehalten werden. Unabhängige Kontrollen gibt es nicht. Entsprechend steht oft nichts dazu auf der Verpackung. Die Verbraucherzentrale sieht daher bei Weidemilch ein hohes Täuschungspotenzial.

Heumilch dagegen ist als "garantiert traditionelle Spezialität" EU-weit rechtlich geschützt und kommt von Kühen, die keine Silage und Gärfutter fressen, sondern frisches Grünlandfutter, Heu und Getreide. Damit schmeckt die Milch besser und eignet sich gut für die Hartkäseherstellung. Das sogenannte Heumilchregulativ legt in zahlreichen Einzelvorschriften fest, was die Tiere fressen dürfen und was nicht - auf jeden Fall muss es gentechnikfrei sein.

Bei der Biomilch dagegen gelten je nach Biosiegel unterschiedlich strenge Vorschriften. Nimmt man etwa die strenge Naturland-Biomilch, so werden die Tiere garantiert artgerecht gehalten. Sie haben ganzjährig Weidegang oder Auslauf, sechs Quadratmeter Stallfläche und eigene Futter- und Liegeplätze. Sie fressen überwiegend vom Milchbetrieb selbst erzeugtes Öko-Futter, im Sommer grundsätzlich Grünfutter. Und die Anzahl der Tiere ist flächengebunden, damit nicht mehr Mist erzeugt wird als die Felder zum Düngen brauchen.

Strenge Biomilch ist also gleichzeitig immer Weide- und Heumilch!

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